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Kolumbien: Polizei beschießt Mitglieder internationaler Untersuchungskommission

Kolumbien: Polizei beschießt Mitglieder internationaler Untersuchungskommission
Mitglieder der kolumbianischen Anti-Drogen-Einheit in San Jose del Guaviare.
Kolumbiens Polizei setzte Tränengas und möglicherweise auch scharfe Munition gegen internationale Beobachter ein - darunter solche der UNO. Die Kommission wollte ein Massaker untersuchen, das eine Anti-Drogen-Einheit einige Tage zuvor verübt haben soll.

Laut kolumbianischen Medienberichten bestand die Untersuchungskommission aus kolumbianischen und internationalen Beamten, Journalisten und Nichtregierungsorganisationen. Die Gruppe geriet unter Beschuss, nachdem sie in die Gemeinde Tumaco in Nariño gereist war, um eines der tödlichsten Massaker der letzten 15 Jahre zu untersuchen.

Bei dem Massaker am Donnerstag sollen mindestens sechs, möglicherweise aber auch bis zu 15 Zivilisten getötet worden sein. Mehrfach äußerten Beobachter den Verdacht, hinter den Schüssen auf protestierende Kokabauern hätte eine Anti-Drogeneinheit der Polizei gesteckt.

Polizei setzte Platzverweis gewaltsam durch

Das Büro des Bürgerbeauftragten vor Ort hatte die Mission übernommen, diesen Verdacht zu untersuchen. Nach Informationen der lokalen Medien wurde ein Mitglied der humanitären Kommission bei der Schüssen auf die Gruppe verletzt. Nach Angaben der Wochenzeitung Semana, die mit einem Journalisten vertreten war, der die Schießerei miterlebte, hatten die Polizisten der Gruppe zunächst befohlen, "wegzugehen", woraufhin die Beobachter der Polizei mitteilten, dass sie befugt seien, durch die Region zu reisen.

Drei FARC-Kommandeure stellen die neue Partei auf einer Pressekonferenz in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota vor.

Unmittelbar danach warfen die Polizisten offenbar Tränengas und schossen auch mit Teaserwaffen. Die Mitglieder der Kommission flohen daraufhin in den Wald, wo sie anscheinend weiterhin beschossen wurden, angeblich auch mit scharfer Munition, obwohl sie sich wiederholt als Zivilisten auswiesen. Die UNO- und Regierungsbeamten, die in die Schusslinie gerieten, trugen Kleidung, die sie leicht in ihrer Funktion erkennbar machte.

Die Polizei hatte behauptet, dass das Massaker am Donnerstag von Angehörigen der Guerillaorganisation FARC verübt worden sei. Einheimische und Menschenrechtsorganisationen wiesen diese Behauptungen umgehemd zurück und erklärten ihrerseits, dass Mitglieder einer Anti-Drogen-Einheit das Feuer auf protestierende Kokabauern eröffnet hätten.

Vizepräsident räumt Gesetzesübertretung der Polizei ein

Kolumbien Vizepräsident Oscar Naranjo bestätigte nach dem Vorfall, dass die Polizisten außerhalb des Gesetzes gehandelt hätten. Der Direktor der Anti-Drogen-Einheit, José Angel Mendoza, sagte gegenüber Medien, dass "die Polizei diese Art von Situationen natürlich bedauert". Er ergänzte: "Wir bieten den Mitgliedern der Kommission eine Entschuldigung an." Mendoza dementierte jeedoch, dass die Polizisten potenziell tödliche Gewalt angewandt hätten. Dem widersprachen jedoch Journalisten, die bei dem Vorfall anwesend waren und Videos des Zusammenstoßes veröffentlichten.

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