Mexiko: Schweres Erdbeben erschüttert Millionenmetropole

Mexiko: Schweres Erdbeben erschüttert Millionenmetropole
Eingestürzte Garagendächer nach einem erneuten Erdbeben in Mexiko-Stadt.
Vor 32 Jahren starben bei einem Erdbeben fast 10.000 Menschen in Mexiko. Kurz nach einer Katastrophenübung aus Anlass des Jahrestages bebt es wieder in dem Land. Besonders betroffen ist die Hauptstadt, in deren Großraum rund 20 Millionen Menschen leben. Nach Behördenangaben gab es dutzende Tote.

Genau am Jahrestag des schweren Erdbebens von 1985 ist die Millionenmetropole Mexiko-Stadt erneut von einem heftigen Beben erschüttert worden. Die Stärke wurde mit 7,1 angegeben, wie das Seismologische Institut am Dienstag mitteilte. Das Zentrum lag bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos, nur 160 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt, einer der größten Städte der Welt. Im Großraum der Hauptstadt leben rund 20 Millionen Menschen. Nach Behördenangaben gab es dutzende Tote.

Rauchschwaden und herunterstürzende Gebäudeteile waren auf Bildern zu sehen, die Situation war zunächst völlig unübersichtlich. Bei einem der schwersten Beben in der Geschichte Mexikos waren vor genau 32 Jahren fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen, damals wurde besonders Mexiko-Stadt stark getroffen. Zwei Stunden vor dem erneuten Beben hatte es noch eine große Katstrophensimulation mit Evakuierungen, um das Verhalten für den Fall eines erneuten Erdbebens zu trainieren.

Ein dpa-Reporter berichtete von stark schwankenden Gebäuden in der Hauptstadt und Gasgeruch. Tausende verängstigte Menschen seien auf die Straßen und Plätze geflüchtet. Das Telefonnetz brach zusammen.

Nach Angaben von Innenminister Miguel Osorio Chong verursachte das Beben erhebliche Schäden. "Es gibt Berichte über Schäden an diversen Gebäuden, vor allem in Mexiko-Stadt", teilte er auf Twitter mit. "Bitte bleiben sie von gefährdeten Zonen weg", rief er die Menschen auf. TV-Bilder zeigten eingestürzte Gebäude, auf Fotos waren viele Gebäude mit teils schweren Schäden zu sehen. Der Innenminister rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten.

Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen davor, Aufzüge zu benutzen und forderte, keine Gerüchte zu verbreiten. Augenzeugen berichteten von schweren Schäden und eingestürzten Gebäuden.

Der Internationale Flughafen teilte via Twitter mit, dass vorerst alle Flüge storniert werden. Laut der Universität von Mexiko-Stadt werden alle Kurse und Veranstaltungen bis auf Weiteres ausfallen, um die Gebäude auf Schäden zu untersuchen. Auch in Schulen soll der Unterricht vorerst ausfallen.

Die Lage war gut zwei Stunden nach dem Erdbeben unübersichtlich. Nach vorläufigen Angaben der Behörden sollen mindestens 49 Menschen getötet worden sein. Augenzeugen berichteten von in Trümmern verschütteten Menschen und eingestürzten Gebäuden, weshalb mit größeren Opferzahlen zu rechnen ist. Medien zeigten Bilder, wie Menschen mit bloßen Händen schwere Trümmer von Straßen und Gehwegen räumten und nach Verletzten suchten.

Präsident Enrique Peña Nieto berief am Dienstagmittag (Ortszeit) eine Sitzung des nationalen Notfallrats ein, "um die Situation zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen", wie er bei Twitter mitteilte. Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen ums Leben gekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren.Danach gab es weit über tausend Nachbeben.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen.Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu schweren Erschütterungen, die das Land bedrohen.  (rt deutsch/dpa)

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