Nach Trumps Drohung mit Intervention: Maduro ruft zu "antiimperialistischem" Militärmanöver auf

Nach Trumps Drohung mit Intervention: Maduro ruft zu "antiimperialistischem" Militärmanöver auf
Soldaten der Nationalen Bolivarischen Streitkräfte; August 2017.
Unterstützer des venezolanischen Präsidenten haben eine Großkundgebung in der Hauptstadt Caracas abgehalten. Sie verurteilten Andeutungen des US-Präsidenten, militärisch in dem Land intervenieren zu wollen. Maduro kündigte für nächste Woche Militärübungen an.

Ziel der Manöver sei es, mögliche "imperialistische" Angriffe abzuwehren.

Ich habe den Generalstabschefs der Streitkräfte befohlen, Vorbereitungen in Gang zu setzen für eine nationale zivil-militärische Übung zur integrierten nationalen Verteidigung der venezolanischen Nation",

sagte der Präsident des lateinamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, gegenüber Pressevertretern.

Die Übungen sollen Ende August stattfinden. Jedermann müsse dem Verteidigungsplan beitreten, so Maduro. Derweil demonstrierten Tausende in Caracas gegen Trumps Drohung mit einer "militärischen Option" bezüglich der Krise im Land.

Pence: Werden Venezuela nicht "in Diktatur versinken lassen"

Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump Maduro einen "Diktator" genannt und diesen für die seit Monaten andauernden Unruhen im Land verantwortlich gemacht. Die US-Regierung schließe eine militärische Lösung der Krise nicht aus, so Trump.

Während der Kundgebung erklärte der Offizier Nelson Rafael Pineda:

Wir werden unser Land verteidigen, sollte das amerikanische Reich den heiligen Boden von Bolivar und Chavez betreten wollen. Wir sind hier, bereit zu kämpfen, bereit, falls nötig, [unser Land] mit dem Blut unserer Patrioten zu verteidigen.

Mike Pompeo, Direktor der CIA

Während das US-Verteidigungsministerium am Montag erklärte, dass es keine Militäroperationen in Venezuela vorbereitet, warnte der US-Vizepräsident Mike Pence, dass die Vereinigten Staaten nicht zusehen würden, wie der südamerikanische Staat in einer "Diktatur" versinkt.

Ein gescheiterter Staat in Venezuela würde die Sicherheit und den Wohlstand in unserer ganzen Hemisphere und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika bedrohen", erklärte Pence gegenüber Journalisten in Kolumbien. 

Weitere Wirtschaftssanktionen möglich

Bevor jedoch die USA eine Militärintervention einleiten, plane Washington, mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen die venezolanische Regierung vorzugehen.

Wir sind absolut entschlossen, die volle Macht der amerikanischen wirtschaftlichen und diplomatischen Macht einzusetzen, bis die Demokratie in Venezuela wiederhergestellt ist", fügte Pence Reuters zufolge hinzu.

Seit April finden in Venezuela regelmäßig gewalttätige Demonstrationen statt. Diesen sind bislang bereits mehr als 120 Menschen zum Opfer gefallen. Im Juli setzte Washington mehrere führende venezolanische Beamte auf eine Schwarze Liste, einschließlich des Präsidenten Maduro selbst. Sofern die Betroffenen Vermögen in den Vereinigten Staaten besitzen, wurde dieses eingefroren. Zudem untersagten die US-Behörden ihren eigenen Bürger, mit den Adressaten der Sanktionen Geschäfte abzuschließen.