Venezolanische Opposition spricht in USA über Putsch-Pläne – Putin und Maduro telefonieren

Venezolanische Opposition spricht in USA über Putsch-Pläne – Putin und Maduro telefonieren
Der oppositionelle Abgeordnete Juan Requesens spricht während einer Demonstration gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in Caracas, 1. Mai 2017.
In Venezuela sorgt das Video eines Oppositionsabgeordneten für Aufsehen. Die Aufnahmen zeigen Juan Requesens von der Partei Primero Justicia. In Miami spricht er darüber, ein "Klima der Unregierbarkeit" zu schaffen und wirbt für eine ausländische Intervention.
Der venezuelanische Regierung hatte in der Vergangenheit mehrmals vor Umsturzplänen der Opposition und der Vereinigten Staaten gewarnt.

In seiner Rede am 5. Juli an der Florida International University in Miami sprach Requesens in erstaunlicher Offenheit über die Pläne der Opposition, im Umfeld der von ihr selbst ausgerufenen Volksabstimmung über Präsident Nicolás Maduros Verfassungsreform ein Klima der Unregierbarkeit zu schaffen.

Zudem erläuterte Requesens ebenso offen ein von der Opposition auf den Namen "Plan Stunde Null" getauftes Projekt. Ziel dieses Vorhabens sei es, eine Großmobilisierung aller Regierungsgegner zu erreichen und dann die Straßen der Hauptstadt "permanent besetzt zu halten".

Wichtig ist, dass wir diese Stunde Null ausrufen und Venezuela definitiv lahmlegen", so der Oppositionelle weiter.

Sollte diese Plan nicht gelingen, drohte er in der Rede mit einem "heftigen Krieg".

Ebenso sprach sich Requesens für eine "ausländische Intervention" in Venezuela aus. Für die Durchführung eines solchen Schrittes müsse man aber die aktuelle Phase der Destabilisierung durchstehen.

Später versuchte der Abgeordnete seinen Aussagen zu relativieren. Auf Twitter verkündete er, dass er keine Militärintervention gemeint habe, sondern lediglich "internationale Unterstützung, denn die ist legitim".

Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro hat der Opposition wiederholt Putschpläne vorgeworfen. Seit Beginn der Proteste Anfang April sind nach Angaben der Nachrichtenplattform Amerika21 mit Verweis auf offizielle Angaben über 90 Menschen getötet und mehr als 1.500 verletzt worden.

Erst am Montag verübten bis dato noch unbekannte Täter einen Anschlag auf eine Motorradpatrouille der Nationalgarde. Dabei wurden sieben Nationalgardisten schwer verletzt.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lange telefonierte der Präsident Venezuelas mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. In dem Gespräch ging es um die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder sowie die politische Situation in dem südamerikanischen Land.

Putin verwehrte sich laut Darstellung des venezolanischen Außenministeriums gegen "jegliche Formen der externen und internen politischen Einflussnahme, die gegen die Verfassung Venezuelas verstoßen". Zudem gab der russische Präsident zu verstehen, dass er im präzise im Bilde sei über die ausländischen Versuche zur Destabilisierung Venezuelas. Abschließend betonte er, dass nur das venezolanische Volk sein eigenes Schicksal bestimmen kann.

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