Strahlendes Geschäft: Brasilien will Uranmetall an Argentinien verkaufen

Strahlendes Geschäft: Brasilien will Uranmetall an Argentinien verkaufen
Brasilien verfügt über die siebtgrößten Uran-Vorkommen. Der Abbau des radioaktiven Materials verwüstest ganze Landstriche.
Die brasilianische Atomindustrie sieht für sich erhebliche neue Absatzchancen im Export von Uranmetall ins Nachbarland Argentinien. Bislang verfügt Brasilien lediglich über Erfahrungen im Export von angereichertem Uran.

Die Unternehmensgruppe der Atomindustrie Brasiliens (INB) wird voraussichtlich in Kürze Uran nach Argentinien exportieren. Gemeinsam mit dem Institut für Energie- und Nuklearforschung (IPEN) und dem Technologiezentrum von Marinha spezialisiert sich die INB darauf, Uranmetall herzustellen, das als Brennstoff für Forschungsreaktoren verwendet wird.

In der gegenwärtigen Etappe prüfen wir noch, ob der Transfer technisch machbar ist. Anschließend stellen wir die Wirtschafts- und Finanzstudie vor. In etwa einem Monat legen wir los und warten dann auf die Antwort Argentiniens", erklärte der Präsident von INB, João Carlos Derzi Tupinambá.

Auch das Technologiezentrum der brasilianischen Marine arbeitet am Export des Urans mit. Die Atomindustrie Brasiliens liefert bereits jetzt nuklearen Brennstoff an die Kernkraftwerke in Angra dos Reis im Bundesstaat Rio de Janeiro und exportiert angereichertes Uran nach Argentinien. Der Export von Uranmetall wäre jedoch Neuland.

Dieser kann bis zu 40 Mal teurer sein als der Export von gewöhnlichem Uran, doch Brasilien verfügt über Standortvorteile, die die Kosten mindern. Brasilien und Argentinien sind als einzige Staaten in Lateinamerika dazu in der Lage, Uran anzureichern. Die Logistik für den Transport des radioaktiven Materials ist besonders schwierig zu bewerkstelligen.

Die Tatsache, dass die beiden Länder nebeneinanderliegen und eine gemeinsame Grenze haben, ist von großer Hilfe", bemerkte der Präsident der brasilianischen Atomindustrie. "Wir werden die bereits vorhandene Infrastruktur nicht extra vergrößern müssen."

Nach Angaben der brasilianischen Atomindustrie besitzt das Land die weltweit siebtgrößte geologische Reserve an Uran. Der Staat am Amazonas verwendet bereits nuklearen Brennstoff für seine Reaktoren in Angra im Bundesstaat Rio de Janeiro.

Argentinien hat internationale Verträge ratifiziert, mit denen es sich verpflichtet, die Anreicherung von Uran nur bis zu der erlaubten Höchstgrenze vorzunehmen, wie sie für eine friedliche Nutzung erforderlich ist.

ForumVostok