Venezuela: Mehrere Tote in der Hauptstadt Caracas und in anderen Städten

Venezuela: Mehrere Tote in der Hauptstadt Caracas und in anderen Städten
Ein Aktivist der Opposition vor einer brennenden Straßenbarrikade, Caracas, 24. April 2017.
In den vergangenen Tagen starben in Venezuela mehrere Beamte und Unterstützer der Maduro-Regierung. Sie wurden Opfer von gewalttätigen Aktionen durch Anhänger der Opposition. Deren Aktivisten schrecken auch vor dem Einsatz von Schusswaffen nicht zurück.

Im ganzen Land gingen am Montag wieder Hunderttausende auf die Straße, teilweise forderten sie Neuwahlen, teilweise unterstützen sie den amtierenden Präsidenten Nicolas Maduro. Seit Ausbruch der Proteste Anfang April, die sich an der zeitweisen Entmachtung des Parlaments durch den Obersten Gerichtshof entzündet hatten, starben mindestens zwölf Menschen bei Demonstrationen, weitere zwölf bei Unruhen und Plünderungen.

Westliche Medien berichten unterdessen ausschließlich von Toten im Zusammenhang mit Protesten der Opposition. Dass es sich bei vielen Gewaltopfern um Unterstützer der Regierung handelt, wird kaum erwähnt. So erhält das Publikum den Eindruck, die Sicherheitskräfte würden in diesen Fällen tödliche Gewalt einsetzen. Tatsächlich attackieren jedoch auch Anhänger der Opposition seit Jahren die Polizei und die Unterstützer der Regierung. Oftmals enden diese Gewaltausbrüche für die Unterstützer des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez tödlich.  

Eine 47-jährige Frau erlag heute ihren Verletzungen auf der Intensivstation im Krankenhaus "J.M.Vargas" in der Hauptstadt Caracas. Sie geriet am vergangenen Mittwoch auf dem Weg zur Arbeit in die Nähe einer Demonstration von Unterstützern der Maduro-Regierung, als aus einem mehrstöckigen Gebäude eine mit Eis gefüllte Flasche auf sie geworfen wurde und ihren Kopf traf. Es handelt sich um Almelina Carillo, Krankenschwester von Beruf. Die Eisflasche verursachte einen schweren Schädelbruch, an dem sie heute verstarb.

Zwei weitere Venezolaner starben am Montag in den Städten Merida und Barinas. Der Ombudsmann Tarel William Saab berichtete am Montag auf Twitter von mehreren Fällen von Schussverletzten in der Stadt Mérida, die sich gegenwärtig in verschiedenen Krankenhäusern in kritischem Zustand befinden. Die Schwerverletzten sind Luis Alberto Márquez mit einem Kopfschuss, Yuleitzza Hernández mit einem Schuss in den Brustkorb, Daniel Infante erhielt einen Streifschuss am Kopf und Daniela Escalona einen Schuss ins linke Bein. Sie haben eine Demonstration von Regierungsanhängern abgesichert.

Ein weiteres Opfer der politischen Gewalt starb heute an einem Schuss in den Brustkorb. Es handelt sich um Jesús Sulbaran, 42 Jahre alt. Er wurde angeschossen, als er an einer regierungstreuen Demonstration in der Stadt Mérida teilnahm. Jesus arbeitete in der Stadtverwaltung. Die Staatsanwaltschaft informierte, dass im Ort Barinas der 54-jährige Renzo Rodríguez Roda verstarb. Bei diesem Vorfall wurden vier weitere Personen durch Schüsse schwer verletzt, darunter ein Mitglied der Nationalgarde und ein Polizist aus Barinas, außerdem zwei Beamte der Gouverneursverwaltung. Sie hatten eine Demonstration von Regierungsanhängern schützen wollen.

Proteste gegen Regierung in Venezuela arten in Gewalt aus.

Ein Angestellter der Justizverwaltung, Camilo Bastos, wurde von einem Schuss ins Bein getroffen. Sein Zustand hat sich stabilisiert. Der Gouverneur von Mérida, Alexis Ramirez forderte im venezolanischen Fernsehen die sofortige Aufklärung der Verbrechen. 

„Ich erkläre vor der Weltöffentlichkeit, dass Regierungsbeamte in krimineller Weise angegriffen wurden. Ich mache dafür Anhänger der Oppositionsparteien  verantwortlich“, sagte er.

In den sozialen Netzen riefen Opositionelle mit Hassparolen dazu auf, Regierungsanhänger mit allen Arten von verletzenden Gegenständen anzugreifen und notfalls zu töten. Am Samstag den 22. April wurde die 21-jährige Venezolanerin Paola Andreina Ramírez Gómez aus einem mehrstöckigen Wohnhaus erschossen. Der Täter ist identifiziert und wurde verhaftet. Er soll der Partei der Oppositionsführerin María Corina Machado angehören, was diese inzwischen bestritt. 

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