Ecuador: Sieg Morenos bei Stichwahl von Wahlkommission bestätigt

 Ecuador: Sieg Morenos bei Stichwahl von Wahlkommission bestätigt
Der neue Präsident Ecuadors heißt Moreno, bestätigten jetzt die Wahlkommission und internationale Wahlbeobachter, hier wird er von Anhängern gefeiert
Während der Wahlsieg des Kandidaten Moreno von der konservativen Opposition weiterhin angefochten wird, hat die Wahlkommission nun bestätigt, dass Lenín Voltaire Moreno bei der Stichwahl um das Präsidentenamt als Sieger hervorgegangen ist. Assange kann damit in seinem Asyl bleiben, er solle sich aber nicht in die Politik des Landes einmischen, so Moreno.

Nach dem polarisierenden Wahlkampf in Ecuador hat der linke Alianza-País-Kandidat, Lenín Moreno, die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen.  Dies erklärte die Wahlkommission am Mittwoch. Es wurden 99,9 Prozent der Stimmen der Wahl vom Sonntag ausgezählt. Auf Moreno waren demnach 51,16 Prozent der Stimmen entfallen, auf den konservativen Kandidaten Guillermo Lasso 48,84 Prozent.

Ecuador wählt Staatschef in Stichwahl

Der 64-Jährige soll im Mai die Nachfolge des bisherigen Staatschefs Rafael Correa antreten, der zehn Jahre im Amt war. Moreno führt den als „Bürgerrevolution“ bezeichneten Reformprozess fort und erklärte am Dienstag, er habe bereits Gespräche aufgenommen, um sein Ministerkabinett zu bilden.

Vertreter der Opposition und des rechtsgerichteten Bündnisses Creo-Suma fechten das Wahlergebnis an, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der konservative Kandidat Lasso hatte im ecuadorianischen Fernsehen erklärt, er sei der "wahre Gewinner" der Stichwahl. Über Twitter verkündete er, am Mittwoch Beweise eines vermeintlichen Wahlbetrugs veröffentlichen zu wollen. Lokale Quellen sahen dies als Teil einer Denunziationskampagne des Medienkartells.

Der nun bald nach zehn Jahren aus dem Amt scheidende Correa bezeichnete Lasso und seine Anhänger als schlechte Verlierer, die ein demokratisches Wahlergebnis nur anerkennen, wenn sie siegen.

Rafael Correa, der amtierende Präsident Ecuadors, warnt vor Provokationen im Rahmen des Wahlkampfs.

Der 64-Jährige war Vizepräsident Correas von 2007 bis 2013. Die Regierungen von Mexiko, Spanien, Chile und Argentinien, sowie die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatten Wahlbeobachter nach Ecuador entsandt und beglückwünschten Moreno zu seinem Wahlsieg. Auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der die Wahlbeobachter entsandt hatte, sprach Moreno seine Anerkennung aus.

Julian Assange teilte via Twitter mit „Ich lade den Señor Lasso freundlicherweise dazu ein, in 30 Tagen Ecuador zu verlassen (mit oder ohne seine Offshore-Millionen)“. Moreno ermahnte Assange jedoch, die Asylregeln zu beachten und sich nicht in interne Angelegenheiten der Politik Ecuadors einzumischen. Der Wikileaks-Gründer steckt seit fünf Jahren im Asyl in der Botschaft Ecuadors in London.

Lasso hatte zuvor gedroht, er würde Assange im Fall des Wahlsieges freundlicherweise auffordern innerhalb von 30 Tagen die Botschaft in London zu verlassen. Als Grund führte er die Kosten für das Land an. Im März wurde u.a. aus argentinischen Quellen bekannt, dass Lasso entgegen eigener Aussagen weiterhin im Bankengeschäft aktiv ist und zudem aufs Steuerzahlen verzichtet.

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