Witwe von Pinochet erneut wegen Unterschlagung angeklagt

Witwe von Pinochet erneut wegen Unterschlagung angeklagt
Lucia Hiriart, die Witwe von Augusto Pinochet. Santiago de Chile, Chile, 2007
Bei dem Verkauf von öffentlichen Grundstücken sollen Gelder in Millionenhöhe verschwunden sein. Lucia Hiriart, die Witwe von Augusto Pinochet, war in diesem Zeitraum die Vorsitzende der verantwortlichen Foundation CEMA Chile. Es ist nicht der erste juristische Ärger für Lucia Hiriart.

Insgesamt geht es um eine Summe von rund 18 Millionen US-Dollar. Während der Diktatur von Augusto Pinochet wurden von 1973 bis 1990 über 135 Grundtücke an die gemeinnützige Foundation CEMA Chile überschrieben. Nun wird die Foundation beschuldigt, zwischen 2009 und 2015 insgesamt 30 dieser Grundstücke unberechtigterweise für rund 18 Millionen Dollar verkauft zu haben.

Die Stiftung CEMA Chile wurde schon 1957 gegründet. Sie hat das Ziel, bedürftigen Frauen zu helfen und sie dabei zu unterstützen, sich zu organisieren. Nach dem Militärputsch im Jahr 1973 übernahm Lucia Hiriart den Vorsitz der Stiftung und änderte die Regularien dahingehend, dass sie für unbegrenzte Zeit die Vorsitzende bleiben durfte.

Erst im November 2015 legte sie den Vorsitz nieder – nachdem erste Unterschlagungs-Vorwürfe laut wurden. Zusätzlich zu den Grundstücksverkäufen werden ihr auch illegale Geldtransfers nach London vorgeworfen. Die unter „expenses associated“ verbuchten Geldmittel flossen just zu jener Zeit, als Pinochet von 1998 bis 2000 in der britischen Hauptstadt unter Arrest stand.

Lucia Hiriart, die mittlerweile 93-jährige Witwe von Pinochet, soll sich am 14. Dezember in einer Befragung zu den aktuellen Vorwürfen äußern. Es ist nicht das erste Mal, dass die Witwe von Pinochet in die Schlagzeilen gerät. Sie wurde schon 2005 von den chilenischen Steuerbehörden angeklagt, bis zu 2.35 Millionen Dollar Steuern hinterzogen zu haben. Sie und ihr Sohn Marco Antonio wurden verhaftet.

Im Jahr 2007 verhaftete die Polizei Lucia Hiriart zusammen mit den fünf Kindern von Pinochet und 17 weiteren Personen erneut. Der Vorwurf lautete auf Unterschlagung und das Benutzen von falschen Reisepässen. Die Verhaftungen erfolgten im Zusammenhang mit dem „Riggs-Skandal.“ Die US-amerikanische Privatbank hatte über Jahrzehnte das Vermögen von Pinochet gehortet. Der Familie wurde vorgeworfen, während der Diktatur bis zu 27 Millionen US-Dollar illegal an die Bank weitergeleitet zu haben.