Argentiniens Regierung und TV-Behörde rudern zurück: RT darf weiterhin auf Sendung gehen

Argentiniens Regierung und TV-Behörde rudern zurück: RT darf weiterhin auf Sendung gehen
Argentiniens Regierung hat ihren Beschluss, die Ausstrahlung des Senders RT im Rahmen des staatlichen Programmpaktes einzustellen, widerrufen. Somit bleibt RT en Español nach wie vor für das breite Publikum in Argentinien zugänglich. Der Rückzieher erfolgte nach intensiven Verhandlungen mit RT und diplomatischem Druck.

Am 15. Juli haben der Chef des Föderalen Systems für Medien und Öffentliche Inhalte (SFMCP), Hernán Lombardi, der Chef der Nationalen Direktion für Inhalte, Alberto Ligaluppi, und die stellvertretende Direktorin der Gruppe RT und Leiterin des spanischsprachigen RT-Programms, Wiktoria Woronzowa, über das Schicksal des Senders im südamerikanischen Land verhandelt.

In der Pressemitteilung des SFMCP steht, dass das Gespräch „günstig für eine Verbesserung des medialen und kulturellen Austausches“ gewesen sei. Russland und Argentinien möchten Fernsehprogramme austauschen und gemeinsame Projekte im Rahmen einer strategischen Entwicklung der bilateralen Beziehungen starten. 

„Der Aufgabenplan soll in den kommenden Monaten ausgebaut werden, damit die bilateralen Beziehungen an Stärke und Inhalt gewinnen. Die Beziehungen sind anhand eines neuen Übereinkommens zu vertiefen, das am 27. Oktober 2016, dem Tag, an dem der vorherige Vertrag abläuft, unterzeichnet werden soll“, so die Pressemitteilung.

Der lateinamerikanische Nachrichtensender teleSUR war den aktuellen Machthabern im Casa Rosada in Buneos Aries wohl zu kritisch.

Darüber hinaus werde RT seine Präsenz im Digitalen Fernsehen Argentiniens (TDA) beibehalten.

„Wir sind mit dem erzielten Resultat zufrieden. Kurz und gut, das Wichtigste ist, dass RT im TDA bleibt, und dass wir unsere Zusammenarbeit mit Argentinien, mit der argentinischen Regierung ausbauen werden. Wir werden mehr Nachrichten über Argentinien im Programm haben, wir werden neue Programme machen und Dokumentarfilme austauschen“, so Wiktoria Woronzowa.

Im Jahr 2014 hatten der russische Staatschef, Wladimir Putin, und die argentinische Präsidentin, Cristina Fernández de Kirchner, während einer Videokonferenz die Rund-um-die-Uhr-Ausstrahlung von RT in Argentinien vereinbart.

Argentinien war das erste lateinamerikanisches Land, das einen ausländischen Fernsehsender in das staatliche Programmpaket aufnahm. Die RT-Nachrichten auf Spanisch wurden somit für mehr als 80 Prozent der Bevölkerung des südamerikanischen Landes zugänglich.

Im Jahr 2015 wurde Mauricio Macri zum Präsidenten gewählt. Ein halbes Jahr danach wurde bekannt, dass der argentinische Staatssender RTA SE beschlossen hatte, die RT-Ausstrahlung im Rahmen des unentgeltlichen Programmpakets bis auf Weiteres einzustellen.

Viele Experten sahen in diesem Beschluss ein Zeichen der neuen neoliberalen Regierung für eine Annäherung an die USA. Die russische Botschaft in Buenos Aires betonte, dass die mögliche Schließung des Senders dem Charakter der bilateralen Beziehungen nicht entspreche, und hoffte, dass die Behörden ihre Entscheidung widerrufen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow meinte, dass die Versuche einiger Länder, die Sendung des russischen Fernsehkanals zu verhindern, von seiner Effizienz zeugen.