Erdbeben in Ecuador: Bisher 272 Tote - Zahlreiche Kinder aus den Trümmern gerettet

Erdbeben in Ecuador: Bisher 272 Tote - Zahlreiche Kinder aus den Trümmern gerettet
In Ecuador läuft eine umfassende Rettungsaktion, nachdem die südamerikanische Nation durch das schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten mit mindestens 272 Todesopfern und Hunderten Verletzten getroffen wurde. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa verhängte in sechs Provinzen den Ausnahmezustand.

Am Samstag hat ein Beben der Größe 7,8 vor der Pazifikküste Ecuadors, 170 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt des Landes, Quito, Tod und Zerstörung nach Manta, Portoviejo, Pedernales, Guayaquil und andere Küstenstädte und Dörfer gebracht.

Die Zahl der Todesopfer ist auf 272 gestiegen, mehr als 2.500 Personen wurden durch das Erdbeben verletzt, gab der ecuadorianische Vizepräsident Jorge Glas bekannt und betonte:

"Es ist sehr wichtig, dass während dieser Notsituation die Ecuadorianer ruhig bleiben."


Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa brach sofort seinen Besuch in Rom ab und kehrte umgehend nach Ecuador zurück, wo er den Ausnahmezustand in sechs Provinzen des Landes erklärte:

"Oberste Priorität ist es, Menschen aus den Trümmern zu retten. Alles kann neu gebaut, aber Leben nicht zurückgewonnen werden, und das ist, was am meisten weh tut."

Rund 10.000 Soldaten und 4.600 Polizisten wurden zur Unterstützung der Rettungskräfte und Beibehaltung der Ordnung mobilisiert.

Venezuela, Mexiko und Chile haben im Rahmen der internationalen Hilfsbemühungen Personal und Versorgung nach Ecuador gesendet.

Das Filmmaterial von Manta zeigt, wie Überlebende, darunter auch Kinder, aus den Trümmern geborgen werden.

Notunterkünfte und mobile Krankenhäuser wurden für die Betroffenen eingerichtet.

Mehr als 3.000 Pakete Lebensmittel und rund 8.000 Schlafmöglichkeiten wurden geliefert, erklärte die Regierung. Die Lage in der Stadt Pedernales, einem touristischen Ort, der berühmt für seine Strände ist, soll nach Aussage des Bürgermeisters Gabriel Alcivar jetzt "katastrophal" sein, da zudem inmitten des Chaos Plünderungen begangen werden.

135 Nachbeben wurden im Bereich Pedernales nach dem Beben am Samstag registriert, so die ecuadorianischen Behörden.

In der größten Stadt Ecuadors, Guayaquil, stürzte eine Brücke auf ein Autos, wobei der Fahrer getötet wurde. Menschen verbrachten die Nacht auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.

Einwohner in Quito sagten gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass sie "Panik" hatten, als sechs Gebäuden kollabierten und der Strom ausfiel.

Städte in der Nähe des Epizentrums wurden für mehrere Stunden evakuiert, da die Behörden befürchteten, dass ein Tsunami dem Beben folgen könnte.

Es ist die schlimmste Katastrophe dieser Art in Ecuador seit dem Erdbeben von 1979, bei dem 600 Menschen ums Leben kamen und 20.000 verletzt wurden.

Auch Japan wurde von zwei Erdbeben Anfang dieser Woche getroffen, bei denen mehr als 40 Menschen starben und mehr als 200 verletzt wurden. Der Geologische Dienst der USA (USGS) sagte jedoch, dass die japanischen und ecuadorianischen Beben wahrscheinlich nicht miteinander verbunden sind, obwohl beide Länder auf dem seismisch aktiven 'Pazifischen Feuerring' liegen.