USA: Hacker erbeuten 29.000 Klarnamen und Kontakdaten von FBI- und Heimatschutz-Beamten

Mitarbeiter des Department of Homeland Security im National Cybersecurity and Communications Integration Center in Arlington, Virginia, Januar 2015.
Mitarbeiter des Department of Homeland Security im National Cybersecurity and Communications Integration Center in Arlington, Virginia, Januar 2015.
Bei einem erneuten Einbruch in die Computer von amerikanischen Sicherheitsbehörden gingen vermutlich 200 Gigabyte an Daten verloren. Dabei sind zahlreiche Personalinformationen, inklusive der Klarnamen, sowie interne Kontaktmöglichkeiten des Ministeriums für Heimatschutz und des FBI.

Am vergangenen Sonntag meldete sich ein anonymer Hacker bei dem Online-Magazin Motherboard. Er stellte dem Magazin Dateien zur Verfügung, die aus dem Operation-Center der amerikanischen Bundespolizei FBI stammen. Die Person behauptet, insgesamt „Hunderte von Gigabyte an Daten“ aus dem FBI und dem Ministerium für Heimatschutz (DHS) zu besitzen. Mit seinen Informationen könne er die Klarnamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von 29.000 Sicherheitsbeamten zuordnen.

Lange Gesichter bei den Überwachungsbehörden: Der

Bei einer Überprüfung stellten die Motherboard-Journalisten fest, dass die Telefonnummern tatsächlich zum FBI gehören. Bei einem Testanruf meldete sich ein angeblicher FBI-Intelligence-Analyst unter demselben Namen, der auch in der Datenbank enthalten ist. Auf diese Weise erreichten das Motherboard-Team auch einen DHS-Mitarbeiter.

Mit ihren Anrufen gelangte die Journalisten schließlich direkt ins National Operations Centre des Heimatschutzministeriums. Dort erklärte ihnen ein überraschter Mitarbeiter, dies sei das erste Mal, dass sie von der angeblichen Datenpanne hören. Gegenüber Motherboard gab der anonyme Informant an, dass er weiterhin „vollen Zugriff auf die Computer“ habe. Er schilderte den Journalisten detailliert, wie er illegal Zugang zu den Regierungsrechnern erlangte.

Mit kopierten Zugangscodes und Passwörtern gelang es ihm, in einem Regierungsnetzwerk auf insgesamt ein Terrabyte an Datenvolumen zuzugreifen. Davon habe er 200 Gigabyte sofort heruntergeladen. Erst vor wenigen Wochen hatten Hacker das E-Mailkonto von CIA-Direktor John Brennan geknackt. Anschließend griffen sie auf die gesamte private Kommunikationsstruktur von Geheimdienstkoordinator James Clapper zu.