Texas: FBI verhaftet komplette Stadtregierung in Crystal wegen Korruption und Glückspiel

FBI-Agenten bei einer Durchsuchung in Florida im Dezember 2015.
FBI-Agenten bei einer Durchsuchung in Florida im Dezember 2015.
Fast die gesamte Stadtverwaltung inklusive des Bürgermeisters der texanischen Stadt Crystal wurde in der vergangenen Woche von der amerikanischen Bundespolizei FBI verhaftet. Obwohl die Stadt den gleichen Namen trägt wie eine berühmte Droge, ging es in diesem Fall um andere Vorwürfe, nämlich Glücksspiel und Korruption: Der lokale Mafiaboss hatte die gesamte Stadtregierung und Verwaltung "gekauft".

Das FBI geht davon aus, dass Mitarbeiter der Stadt für einen illegalen Glücksspiel-Betreiber arbeiteten, statt ihren öffentlichen Aufträgen nachzukommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen der Bürgermeister, sein Stellvertreter, der Stadtdirektor und zahlreiche Mitglieder der Stadtverwaltung im Verdacht, den lokalen Mafiaboss „Mr. T.“ unterstützt zu haben.

Das FBI geht davon aus, dass sich die gesamte Stadtregierung von dem Betreiber illegaler Casinos hatte bestechen lassen. Die Beamten hätten regelmäßige Zahlungen und Geschenke angenommen. Dem Bürgermeister der Stadt, Ricardo Lopez, wirft das FBI vor, von „Mr. T.“ etwa 6.000 Dollar für den Kauf eines Fahrzeugs angenommen zu haben. Dafür hätte er darauf verzichtet, Steuern einzuziehen. Außerdem hätte er konkurrierende Casinos schließen lassen.

Seine Mitstreiter haben laut Ermittlungen hohe Zahlungen angenommen, um den Bürgermeister Ricardo Lopez und den Stadtdirektor im Amt zu halten. Ein weiteres Mitglied des Stadtrates befindet sich im Gefängnis, weil ihm vorgeworfen wird, illegal mexikanische Einwanderer ins Land gebracht zu haben. In Crystal wohnen nur 7.000 Menschen. Die Stadt befindet sich 80 Kilometer von der Grenze zwischen den USA und Mexiko entfernt.

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Ähnlich wie im benachbarten Bundesstaat New Mexico, Schauplatz der berühmten Serie Breaking Bad, in der ein Lehrer aus Geldmangel beginnt Crystal zu kochen, scheinen auch die öffentlichen Angestellten in Crystal (Texas) unzureichend entlohnt zu werden. Die Stadt ist in der Region für ihren guten Spinat bekannt. Im zweiten Weltkrieg wurden in Crystal „feindliche Ausländer“ interniert. Dabei handelte es sich zumeist um deutschstämmige US-Amerikaner, die sich nach Meinung der Behörden nicht ausreichend integriert hatten.

Gegenüber der lokalen Presse klagte der letzte verbliebene Mitarbeiter der Stadtregierung, Joel Barajas, die Vorgänge seien „sehr traurig“. Man müsse nun „mit allen Mitteln vorankommen“. Bis auf weiteres muss er die malerische Kleinstadt im Süden von Texas nun alleine verwalten. Allerdings haben sich unter der nun verhafteten Regierung etwa zwei Millionen Dollar an Schulden und unbezahlten Rechnungen angestaut.

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