Neue Studie: Das öffentliche US-Schulsystem versagt

Schüler an einer US-amerikanischen Highschool. Foto: David Shankbone. CC BY-SA 3.0
Schüler an einer US-amerikanischen Highschool. Foto: David Shankbone. CC BY-SA 3.0
Ein neuer Bericht des Network for Public Education (NPE) stellt dem öffentlichen Schulsystem der USA fast durchgehend schlechte Noten aus. Die Zukunftsaussichten der USA sind also nicht gerade berauschend.

Das öffentliche Schulsystem in den USA ist marode. Bei einer Untersuchung zeigen Rankings, die unter anderem auch die Finanzierung der Bildungsseinrichtungen und Erfolgschancen der Schüler aufzeigen, durchweg schlechte Bewertungen. Damit werden jedoch auch die gesellschaftlichen Unterschiede einzementiert, zumal vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten auf das öffentliche Schulsystem angewiesen sind und zunehmend auch die Mittelschicht, die sich die teuren Privatschulen nicht mehr leisten kann.

Bei der Bewertung der öffentlichen Bildung in 50 Bundesstaaten der USA zeigt der NPE-Bericht, dass kein einzelner davon eine bessere Note als "C" verdient hat. Die meisten Staaten schafften in dem sechsteiligen Notensystem (von A bis F) nur ein "D" und acht Staaten gar nur ein "F" – also die schlechteste Note.

Quelle: National Center for Family Homelessness

"Wir evaluierten die Bundesstaaten anhand von sechs Kriterien entsprechend unserer Kriterien. Gesetze, die Politik und Praktiken, die auf diese Kriterien einwirken, wurden bewertet. Wir berücksichtigten auch die messbaren Effekte die diese Gesetze und die Politik auf die Schulen haben. Als Beispiel: Obwohl es keine Gesetze mehr gibt, die Rassentrennung erlauben, wirken sich das Wohnbauwesen der Bundesstaaten und die Schulauswahl-Gesetze auf die Demographie der Schüler aus", so die NPE in einer Beschreibung der Kriterien.

Zwar werden die US-Bundesstaaten aufgrund dieses Berichtes weder belohnt noch bestraft, dennoch gilt er als wichtiger Gradmesser der Ausbildungssituation in den USA. Die durchwegs schlechte Benotung lässt nicht darauf hoffen, dass genügend gut ausgebildete Generationen nachfolgen werden. Damit verbauen sich die USA jedoch auch die Zukunft, zumal Bildung ein wichtiger Teil des sogenannten "Humankapitals" einer Volkswirtschaft ist.

Der Niedergang der öffentlichen Bildungseinrichtungen in den USA ist ein Zeichen dafür, dass das Land in Zukunft zunehmend auf den Import von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen sein wird, um überhaupt noch die bisherigen Standards aufrechterhalten zu können. Gelingt dies nicht, wird die US-Wirtschaft deutliche Verluste hinnehmen müssen.

Der Artikel erschien zunächst auf Contra-Magazin und wurde im Zuge einer Content-Partnerschaft übernommen.