Massen-Proteste gegen Privatisierung in Kolumbien

Kolumbiens Energieminister Tomas Estrada Gonzalez (Mitte) sitzt auf dem Weltwirtschaftsforum zusammen mit Emilio Lozoya, Chef des privatisierten mexikanischen Ölunternehmens Pemex, Samir Brikho von Amec Foster und  Ignacio Sanchez Galan von Ibedrola, Riviera Maya in Mexico, Mai 2015.
Kolumbiens Energieminister Tomas Estrada Gonzalez (Mitte) sitzt auf dem Weltwirtschaftsforum zusammen mit Emilio Lozoya, Chef des privatisierten mexikanischen Ölunternehmens Pemex, Samir Brikho von Amec Foster und Ignacio Sanchez Galan von Ibedrola, Riviera Maya in Mexico, Mai 2015.
Große Proteste gegen eine geplante Privatisierung von Kolumbiens größtem Stromanbieter Isagen in Bogota. Im ganzen Land protestierten am Mittwoch Bürger gegen einen "Ausverkauf des Landes".

Der kolumbianische Gewerkschaftsverband Central Unitaria de Trabajadores (CUT) hat am Mittwoch zu großen Protesten gegen die geplante Privatisierung des Energieunternehmens Isagen aufgerufen. Das Staatsunternehmen ist der größte Anbieter von Elektrizität in dem südamerikanischen Land. In der Hauptstadt Bogota versammelten sich Tausende Menschen vor der Börse des Landes.

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- QUELLE: TLAXCALA.ES

Neben den Gewerkschaften protestieren auch die Parteien der Opposition gegen den „Ausverkauf des Landes“. Der CUT-Führer Luis Alejandro Pedraza kritisierte gegenüber dem Nachrichtenkanal Telesur, die Regierung wolle eines der produktivsten Unternehmen des Landes „um jeden Preis“ an einen einzigen Anbieter veräußern. Nach Informationen des CUT wird der kanadische Investmentfonds Brookfield das öffentliche Unternehmen aufkaufen.

Die Gewerkschaft sieht im Verkauf des wichtigsten Stromanbieters einen „Verlust der Energie-Souveränität“. Isagen gilt in Kolumbien als eines der am besten geführten Staatsunternehmen. Der Abgeordnete der Linkspartei Polo Democrático, Jorge Enrique Robledo, glaubt, die Regierung wolle das Unternehmen nicht verkaufen, weil es „schlecht läuft, sondern weil es ein sehr gutes Unternehmen“ ist.

Inzwischen schaltete sich auch Kolumbiens Guerilla-Organisation Farc in die Debatte ein. Ihr Oberkommandierender, Timoleón Jiménez, schrieb auf Twitter: „Der Verkauf von Isagen und Ecopetrol, und andere Privatisierungen, werden Kolumbien in eine katastrophale Zukunft führen.“

Die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos argumentiert, der Verkauf sei notwendig, um eine Modernisierung des Straßennetzes in Kolumbien zu finanzieren. Santos lobte den geplanten Verkauf als ein „großartiges Geschäft für die Kolumbianer“.