Die Clintons und das Big Money - Wie Wall Street & Co einen Politik-Clan kauften

Hillary Clinton lauscht andächtig einer Rede von Goldman Sachs Chef, Lloyd Blankfein, bei einer Veranstaltung der Clinton Global Initiative in New York, September 2014.
Hillary Clinton lauscht andächtig einer Rede von Goldman Sachs Chef, Lloyd Blankfein, bei einer Veranstaltung der Clinton Global Initiative in New York, September 2014.
Seit Hillary Clinton, aktuell Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, das Außenministerium verließ, war sie regelmäßig bei Big Money zu Gast und wurde dafür fürstlich entlohnt. Neben Goldman Sachs zeigte sich vor allem die Deutsche Bank sehr generös. Insgesamt verdiente das Politiker-Paar über 35 Millionen US-Dollar allein mit Vorträgen vor Banken und Spekulanten. Bernie Sanders, der sozialistische Kandidat der Demokraten, hatte ihr bereits zuvor zuviel Nähe zum Finanzkapital vorgeworfen.

In der vergangenen Woche griff der Kandidat der demokratischen Linken in den USA, Bernie Sanders, seine Parteifreundin Hillary Clinton ungewöhnlich scharf an. Er unterstellte ihr eine zu große Nähe zum Finanzkapital. Dies war seiner Ansicht nach der Grund dafür, dass Clinton sich gegen eine erneute Trennung zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft sträubte. Bernie Sanders hinterfrage in seiner Rede eine Aussage von Hillary Clinton, sie habe sich als Abgeordnete bemüht, den Finanzmarkt zu regulieren. Sanders führte Clinton nun als Beispiel für die Hilflosigkeit des Staates gegenüber dem Finanzmarkt an:

Quelle: https://berniesanders.com /Media Kit

„Die Realität ist doch, dass der Kongress nicht die Wall Street reguliert, sondern die Wall Street und ihre Lobbys regulieren den Kongress.“

Bernie Sanders hatte als Konsequenz aus der Finanzkrise einen neuen Glass-Steagall Act gefordert, wie diese Gesetzgebung für Trennbanken seit den 1930er Jahren in den USA heißt. Die ehemalige Außenministerin ist seine wichtigste Konkurrentin bei den parteiinternen Vorwahlen. In diesem Rahmen bestimmen die Mitglieder der Demokraten bis Mitte Juni ihren Präsidentschaftskandidaten für die Wahlen am Ende des Jahres.

In seiner Rede warf Bernie Sanders der Kandidatin aus der Clinton-Familie zudem vor, sie würde hohe Honorare bei Vorträgen vor der Finanzindustrie entgegennehmen. Das Online-Portal The Intercept rechnete daraufhin die öffentlich verfügbaren Zahlen über Honorare der Clintons zusammen. Schnell zeigte sich, dass Bernie Sanders einen Volltreffer gelandet hat.

Seit sie das Außenministerium verlassen hat, hielt Clinton insgesamt zwölf Vorträge vor Wall-Street-Bankern. Dafür kassierte sie Honorare von mindestens 2,9 Millionen US-Dollar. Direkt nach ihrem Amt als Außenmisterin trat sie bei Goldman Sachs, der Deutschen Bank, Morgan Stanley und sieben weiteren Finanzinstituten auf. Für ihre Vorträge stellte sie zumeist fast eine Viertel Million Dollar in Rechnung. Der Deutschen Bank war ihr Auftritt mehr als das Doppelte Wert: 485.000 Dollar.

Bereits im November hatte die Agentur AP in den Steuerunterlagen der Familie nach den Spuren der Finanzindustrie gesucht. Seit dem Jahr 2001, so das Ergebnis, verdienten Bill und Hillary Clinton insgesamt 35 Millionen Dollar mit Besuchen bei Banken, Versicherern und Spekulanten. Die Journalisten fanden ganze 164 steuerpflichtige Besuche des Ehepaars beim Big Money.

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