Venezuela nach Wahlsieg der Opposition: Plötzlich ausreichend Produkte in Supermärkten

Venezuela nach Wahlsieg der Opposition: Plötzlich ausreichend Produkte in Supermärkten
Die Knappheit bei bestimmten Waren galt als einer der Gründe für die Wahlniederlage der Sozialistischen Partei PSUV in Venezuela. Nach den Wahlen tauchen nun in privaten Supermärkten zahlreiche Produkte auf, die vor der Abstimmung kaum zu bekommen waren.

Venezolanische Twitter-Nutzer dokumentieren fotografisch viele Fälle von mit Mehl oder auch Ketchup gefüllten Regalen. Die venezolanische Regierung hatte den privaten Unternehmen im Wahlkampf immer wieder vorgeworfen, gezielt bestimmte Produkte zurückzuhalten, um der regierenden PSUV zu schaden. Präsident Nicolás Maduro sprach sogar von einem "Wirtschaftskrieg".

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen aktuell der venezolanische Lebensmittelkonzern Polar und der US-Hersteller Heinz. Im Internet kursieren Bilder von mit Mehlpackungen gefüllten Paletten. Laut Herstellerangabe wurde das fotografierte Mehl bereits im Juli abgefüllt.

Die Maismehlsorte Harina P.A.N. produziert in Venezuela seit 1960 der Lebensmittelhersteller Polar. Das Unternehmen verfügt praktisch über ein vollständiges Monopol für die wichtigste Zutat vieler venezolanischer Gerichte. Das Nationalgericht Arepa besteht zum Beispiel aus Maismehlfladen.

Die Opposition bejubelt ihren Wahlsieg in Venezuela

Andere Twitter-Meldungen sehen eine Verbindung zwischen den vergangenen Wahlen und der Ankündigung von Heinz, die Produktion in Venezuela jetzt nach vielen Monaten wieder aufzunehmen. Vor der Abstimmung hatten Mitarbeiter des Unternehmens behauptet, das Unternehmen habe die Produktion eingestellt, obwohl es dafür keinen technischen Grund gibt. Dies berichtet der lateinamerikanische Nachrichtensender Telesur.

Vertreter der venozolanischen Lebensmittelindustrie verlangen unterdessen von Präsident Maduro, dass pauschal zehn Prozent der gesamten Einnahmen an US-Dollar an sie gehen. Zur Zeit entspricht dies einer Summe von 3,5 Milliarden US-Dollar. Der Verband der Lebensmittelhersteller (Cavidea) klagte, andernfalls wären bereits in drei Monaten keine Lebensmittel mehr auf dem Markt. Damit wiederholt der Verband eine Forderung, die der Vorsitzende des Polar-Konzerns, Lorenzo Mendoza, bereits im Februar 2014 aufgestellt hatte.