Pentagon vergeudete 150 Millionen US-Dollar für Luxusvillen von zehn Mitarbeitern in Afghanistan 

Pentagon vergeudete 150 Millionen US-Dollar für Luxusvillen von zehn Mitarbeitern in Afghanistan 
Das US-Verteidigungsministerium sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, seit dem Berichte an die Öffentlichkeit gelangt sind, die belegen, dass für nur "eine Handvoll Mitarbeiter" zwischen 2010 bis 2014, 150 Millionen US-Dollar für Villen sowie 24h-Dienstleistungsservice ausgegeben wurden. Es ist nur der letzte in einer ganze Reihe von "Verschwendungs-Skandalen" des Pentagons in Afghanistan.

Die Sonderinspektion für den Wiederaufbau in Afghanistan (SIGAR) hat einen Brief von SIGAR-Chef John F. Sopko an US-Verteidigungsminsiter Ash Carter veröffentlicht, in dem mehr Informationen über die Hintergründe der Autorisierung von 150 Millionen US-Dollar durch die an das Pentagon angebundene "Task Force für Geschäfts- und Stabilitätsoperationen" (TFBSO)eingefordert werden: 

"SIGARS vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Leitungsebene von TFBSO speziell ausgestattte Privatvillen anmietete sowie ein Unternehmen mit einem 24h-Essen- und Sicherheitsservice für TFBSO-Personal und Landesbesucher beauftragte. Es ist unklar, welche Vorteile die USA davontrugen, dass soviel Geld für Luxusunterbringung aufgebracht wurde. Die dafür augebrachten Geldmittel in Höhe von 150 Millionen Dollar entsprechen 20 Prozent des Gesamtbudgets von TFBSO. Wir fordern das Pentagon auf, uns entsprechend mehr Informationen zukommen zu lassen, wer diese Villen bewohnte und wer die Ausgaben in dieser Höhe genehmigte."

Quelle: Sigar

Der Brief von SIGAR weißt zudem darauf hin, dass die Luxuswohnungen "nicht mehr als fünf bis zehn Personen" zu Gute kamen. Eine Unterbringung in der US-Botschaft oder auf US-Militärbasen hätte nur einen Bruchteil der Kosten verursacht, so Sopko weiter. Zusammen mit der Anfrage an das Pentagon schickte der SIGAR-Chef zudem eine Stellungnahme von Paul Brinkley, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium sowie der erste Direktor der in Kritik geratenen TFBSO.

In dieser behauptet Brinkley, die Entscheidung Luxusvillen statt Unterkünften auf US-Militärbasen anzumieten, sei getroffen wurden, um privaten US-Unternehmen zu zeigen, dass sie Operationen in Afghanisten durchführen können, ohne auf Unterstützung durch das US-Militär angewiesen zu sein.

SIGAR verweist abschließend darauf, dass abgesehen von der Stellungnahme, Brinkley sich nicht gewillt zeigte, bei den Ermittlungen von SIGAR zu kooperieren. 

TFSBO war bereits einen Monat zuvor in das Visier der Sonderinspektion geraten, nachdem enthüllt worden war, dass die "Task Force für Geschäfts- und Stabilitätsoperationen" 43 Millionen US-Dollar in den Bau eine Tankstelle in Afghanistan "investiert" hatte, die eigentlich nur 500.000 US-Dollar hätte kosten sollen. Die aufschlussreiche Antwort von TFSBO an SIGAR nach Anfrage um Aufklärung des Sachverhalts: 

"Wir besitzen nicht mehr die nötigen personellen Ressourcen und Expertisen, um diese Frage zu beantworten." 

Diese Tankstelle in Afghanistan hat sich der Pentagon 40 Millionen US-Dollar kosten lassen
Diese Tankstelle in Afghanistan hat sich der Pentagon 40 Millionen US-Dollar kosten lassen