Lateinamerika

Indigenen-Bewegung distanziert sich von Angreifern auf Generalstaatsanwaltschaft in Quito

Seit über einer Woche finden in Ecuador massenhafte Proteste statt. Eine der Forderungen der Protestierenden ist es, die Treibstoffpreise einzufrieren. Dabei kommt es zu Auseinandersetzungen. Der jüngste Angriff galt der Generalstaatsanwaltschaft in Quito.
Indigenen-Bewegung distanziert sich von Angreifern auf Generalstaatsanwaltschaft in QuitoQuelle: AFP © RODRIGO BUENDIA

Am 10. Tag der Massenproteste in Ecuador hat die Generalstaatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes den Angriff auf ihr Hauptquartier in der Hauptstadt Quito verurteilt. Demnach drang eine Gruppe von Manifestanten ins Gebäude ein und setzte in der Öffentlichkeit Dokumente der für das Verkehrswesen zuständigen Abteilung in Brand. Außerdem warfen Protestierende verschiedene Gegenstände auf das Gebäude und schlugen mehrere Fensterscheiben ein. Auch im Inneren des Gebäudes gab es demnach Schäden.  

Die Behörde leitete eine Vorermittlung wegen Terrorismus ein. Opfer gab es keine. In einer Mitteilung erkannte die Generalstaatsanwaltschaft das Recht der Bevölkerung auf friedlichen Protest an, verurteilte aber jegliche Akte des Vandalismus.

Der Verband der indigenen Völker von Ecuador (CONAIE), der zu dem nationalen Streik aufgerufen hatte, verurteilte ebenfalls die Attacke auf das Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft in Quito. Die Organisation distanzierte sich von den Angreifern. Aus einer Erklärung geht hervor:

"Diejenigen, die diese schweren Taten begangen haben, gehören nicht zur indigenen Bewegung."

Der Indigenen-Verband appellierte an die Protestierenden, Akte des Vandalismus zu vermeiden.

Inzwischen weigerte sich die Regierung von Guillermo Lasso am Mittwoch, den Ausnahmezustand im Land außer Kraft zu setzen. Regierungsminister Francisco Jiménez begründete dies damit, dass er die Hauptstadt "nicht ungeschützt lassen" könne. Zuvor hatte der Indigenen-Verband die Aussetzung des Ausnahmezustands und der Polizeigewalt zur Bedingung gemacht, um sich an den Verhandlungstisch zu setzen.

Die Massenproteste hatten in dem Andenland am 13. Juni begonnen. Sie entzündeten sich unter anderem an den hohen Spritpreisen. Indigene blockierten Straßen und stoppten unter anderem den Fernverkehr, indem sie in mehreren Teilen Ecuadors Barrikaden errichteten. Es kam bereits zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Seit dem Ausbruch der Proteste kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Dutzende erlitten Verletzungen, darunter auch Polizeibeamte.  

Mit ihrem Streik wollen die Ureinwohner die konservative Regierung von Lasso dazu bringen, zehn Forderungen nachzukommen. Unter anderem verlangen sie, die Treibstoffpreise einzufrieren, den Schuldendienst für mehr als vier Millionen Familien zu stunden, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte festzulegen und das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Völker zu achten.

Mehr zum ThemaStreik in Ecuador: Gericht beschließt Freilassung auf Bewährung für Indigenen-Anführer

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team