Lateinamerika

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro: "Es ist ein Verbrechen, was man dem russischen Volk antut"

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat die westlichen Sanktionen gegen Russland scharf verurteilt. Er bezeichnete die Strafmaßnahmen, darunter im Bankwesen, als Verbrechen gegen das russische Volk. Maduro plädierte für diplomatische Auswege aus der Krise.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro: "Es ist ein Verbrechen, was man dem russischen Volk antut"Quelle: AFP © FEDERICO PARRA

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs hat der venezolanische Präsident Nicolás Maduro am 2. März die gegen Russland verhängten Sanktionen als Wirtschaftskrieg verurteilt. Der südamerikanische Politiker bezeichnete die Strafmaßnahmen, darunter den Ausschluss von sieben russischen Banken aus dem Netzwerk SWIFT, als Verbrechen gegen das russische Volk. In einem Fernsehauftritt am Mittwoch sagte er:

"Schauen Sie, was man mit Russland macht. Es ist ein Verbrechen, was man dem russischen Volk antut, ein Wirtschaftskrieg."

Maduro bemängelte unter anderem, dass der Westen den Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt und fast alle Handelskontakte gekappt hat. Es sei verrückt, was man mit einer der größten Mächte des 21. Jahrhunderts macht.

Der venezolanische Staatschef äußerte die Meinung, dass Kriege heutzutage nicht militärisch, sondern wirtschaftlich geführt würden. Dazu gehöre der Missbrauch des US-Dollars und des Finanzsystems durch die USA und Europa, um anderen Ländern zu schaden und die Welt zu erpressen.

Maduro fügte hinzu, dass sein Land diesen wirtschaftlichen Kriegsmodus des "nordamerikanischen Imperialismus" nicht vom Hörensagen kenne. Er forderte diplomatische und politische Lösungen in zwischenstaatlichen Konflikten. Denn Sanktionen würden nur der Zivilbevölkerung schaden und ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

"Die Wirtschaftskriege müssen aufhören und zu Ende gehen."

In diesem Zusammenhang erklärte Maduro, dass Caracas die Handelsbeziehungen zu Moskau in vollem Umfang aufrechterhalten werde. Das russische Volk habe das Recht auf wirtschaftliche Freiheit ohne Blockaden.

Manipulationen und Zensur

Der venezolanische Staatschef gab auch Einzelheiten seines Telefonats mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vom Vortag bekannt. Demnach hätten sie über die Ähnlichkeit der Zwangsmaßnahmen gegen Moskau und Caracas und über "sprachliche Manipulationen im medialen Krieg" gesprochen.

"Auch wir werden mit dem brutalen medialen Krieg mit seinen Lügen und tendenziösen Kampagnen konfrontiert und kämpfen dagegen."

Maduro hob hervor, dass die antirussische Kampagne immer mehr fremdenfeindliche Züge annehme, weil die öffentliche Meinung manipuliert werde. Insbesondere verurteilte der venezolanische Staatschef die Berichterstattung in den spanischen Medien.    

"Es ist wirklich ekelhaft und widerlich, wie das Fernsehen und die Presse in Spanien den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine behandeln, indem sie sich den Interessen des US-Imperiums fügen und davor niederknien und kriechen."

Die NATO und die USA hätten Russland eingekreist und einen äußerst gefährlichen Konflikt provoziert, erklärte Maduro. Er setzte sich für Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew ein und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Gespräche in Weißrussland den Frieden in der Region wiederherstellen werden.

Kampagne gegen RT und Sputnik

Auch die mediale Kampagne gegen die russischen Auslandsmedien RT und Sputnik kritisierte Maduro aufs Schärfste. Die Zensur, die man gegen die beiden Sender ausübe, sei auf die Angst vor der Wahrheit in den USA und in der EU zurückzuführen. Sie hätten Angst davor, dass ihre Bürger eine kritische Meinung gegenüber den Geschehnissen entwickeln könnten.

Gleichzeitig verkündete der venezolanische Präsident eine neue geopolitische Ära, die trotz der hysterischen und unverhältnismäßigen Antwort der USA und der EU vor der Tür stehe. Washington und Brüssel weigerten sich aber bislang, dies einzusehen. Sie versuchten weiterhin, mit der Erpressung durch den Dollar und das Finanzsystem eine unipolare Welt durchzusetzen. Die multipolare Welt sei aber schon da.

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