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Laut Studien: Lockdown lässt den Blutdruck steigen

Laut Studien: Lockdown lässt den Blutdruck steigen
Der Lockdown lässt bei vielen den Blutdruck steigen.
Ein langer Lockdown scheint sich auch auf die physische Gesundheit auszuwirken: Argentinische Kardiologen stellten fest, dass sich die Häufigkeit von Bluthochdruck bei Patienten in der Notaufnahme während des dreimonatigen Lockdowns in Argentinien signifikant erhöhte.

Dass die soziale Isolation durch Lockdowns während der Corona-Krise nicht besonders gesund für die Psyche ist, dürfte den meisten bewusst sein. Doch eine neue Studie, die auf dem 46. Argentinischen Kongress für Kardiologie vorgestellt wurde, belegt nun, dass es auch physische Auswirkungen gibt: Das Risiko für einen bedenklich erhöhten Blutdruck steigt durch die Kontaktbeschränkungen.

Demonstration gegen die Verlängerung des Lockdowns (Buenos Aires, 12. Oktober 2020)

Am 20. März wurde in Argentinien aufgrund von COVID-19 einer der strengsten Lockdowns weltweit ausgerufen – Kontaktbeschränkungen inklusive. Mit Ausnahme wichtiger Arbeitskräfte mussten die Menschen zu Hause bleiben. Das Haus durfte man nur verlassen, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen. Schulen und Universitäten wurden geschlossen, öffentliche Veranstaltungen wurden verboten.

Nachdem der Lockdown ausgerufen wurde, beobachteten die Mediziner in Argentinien, dass deutlich mehr Menschen, die in die Notaufnahme kamen, Bluthochdruck hatten. Dies veranlasste ein Ärzteteam um Matías Fosco vom Universitätsklinikum der Favaloro-Stiftung in Buenos Aires zu einer Studie, die den Eindruck der Mediziner bestätigte: Die in die Notaufnahme eingewiesenen Patienten hatten ein um 37 Prozent höheres Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.

In weiteren Untersuchungen verglichen sie die Häufigkeit von Bluthochdruck während der dreimonatigen sozialen Isolation, die mit dem 25. März begann, mit dem Vorjahreszeitraum und auch mit den drei Monaten vor der Isolation. Während der Zeit des Lockdowns hatten 23,8 Prozent der in die Notaufnahme eingewiesenen Patienten Bluthochdruck.

Dieser Anteil war signifikant höher im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019, als er 17,5 Prozent betrug, und im Vergleich zu den drei Monaten vor der sozialen Isolation, als er 15,4 Prozent betrug. Insgesamt wurden die Daten von 12.241 Patienten ausgewertet, 1.643 der Patienten kamen während des Lockdowns in die Notaufnahme.

Laut Fosco gibt mehrere mögliche Gründe für den Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und hohem Blutdruck. Denkbar wäre erhöhter Stress aufgrund der Corona-Krise, der durch eingeschränkten persönlichen Kontakten und der Verschlimmerung von finanziellen oder familiären Schwierigkeiten bedingt wird. Möglicherweise haben auch veränderte Verhaltensweisen wie erhöhter Nahrungs- oder Alkoholkonsum eine Rolle gespielt.

Viele Menschen starben während des ersten Lockdowns, weil sie sich nicht mehr ins Krankenhaus trauten – aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Deshalb ist es wichtig, auch während des Lockdowns eine gesunde Lebensweise aufrechtzuerhalten, auch wenn es schwerfällt, erklärt der Kardiologe. Mittlerweile untersuche man, ob sich die Lockerungen der Maßnahmen in den letzten Monaten auch im Gesundheitszustand der Patienten in der Notaufnahme widerspiegeln.

Am häufigsten kamen Patienten während des Lockdowns wegen Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Bauchschmerzen, Fieber und Husten in die Notaufnahme. Fosco erklärte, dass die Gründe für die Aufnahme ähnlich, aber nicht ursächlich für den Anstieg des Blutdrucks waren. Möglicherweise fühlten sich die Patienten während des Transports ins Krankenhaus aufgrund von Reisebeschränkungen und Polizeikontrollen psychisch angespannter und hatten Angst, sich nach dem Verlassen des Hauses mit dem Coronavirus zu infizieren.

Darüber hinaus haben Patienten, die wegen Bluthochdrucks behandelt werden, möglicherweise die Einnahme ihrer Medikamente eingestellt, da es teilweise Warnungen gab, dass sich dies auf den Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion auswirken könnte. Die meisten dieser Warnungen wurden später jedoch zurückgezogen.

Foscos Kollege, Héctor Deschle, erklärte zu der Studie:

Ich möchte die von den Studienautoren aufgezeigten psychologischen Schäden hervorheben, die wir täglich in den Konsultationen wahrnehmen und die sich als Angst, Hoffnungslosigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten äußern. Dies wirkt sich auf zwischenmenschliche Beziehungen und die körperliche Gesundheit aus.

Die Kardiologen warnen davor, dass es zu einer Reihe unerwünschter Folgeschäden kommen könnte, wenn man Patienten mit Herzproblemen während der Corona-Krise nicht ausreichend behandelt.

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