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Venezuela: Zwei Ex-US-Elitesoldaten nach gescheiterter Invasion zu langen Haftstrafen verurteilt

Venezuela:  Zwei Ex-US-Elitesoldaten nach gescheiterter Invasion zu langen Haftstrafen verurteilt
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro zeigt die Pässe von zwei US-Bürgern, die während einer Videokonferenzsitzung mit internationalen Medienkorrespondenten im Präsidentenpalast Miraflores in Caracas von den Sicherheitskräften festgenommen wurden. (6. Mai 2020)
Mit einem Husarenstück wollte das US-amerikanische Söldnerunternehmen Silvercorp den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Mai in die USA entführen. Zwei ehemalige US-Elitesoldaten wurden gefasst und vor Gericht gebracht.

Die Operation Gideon war ein gemeinsames Projekt von Gegnern der Regierung von Maduro und dem Chef des Söldnerunternehmens Silvercorp USA, Jordan Goudreau. Mit einer aus Kolumbien kommenden Eingreiftruppe sollte der Flughafen Caracas in ihre Gewalt gebracht, Nicolás Maduro aus dem Präsidentenpalast Miraflores entführt und in die Vereinigten Staaten von Amerika überstellt werden. 

Ausweise der US-Söldner, die an der gescheiterten

An diesem Teil der Operation nahmen neben desertierten venezolanischen Militärs auch zwei ehemalige US-Elitesoldaten der Green Berets teil: Luke Denman und Airan Berry.

Der andere Teil wurde von Robert Colina angeführt, der auch als "Panther" in Venezuela bekannt war. Er sollte laut Rubén Darío Fernández Figuera, einem weiteren Deserteur aus dem Umfeld des Generals Cliver Alcalá, Anschläge auf hochrangige Regierungsbeamte planen. Das alles sei mit dem selbsternannten "Interimspräsidenten" und erfolglosen Putschisten Juan Guaidó sowie "US-Beratern" abgestimmt gewesen, erklärte Alcalá.  

Als die Operation Gideon am 3. Mai gestartet wurde und die Gruppe mit Schlauchbooten in La Guaira, der "Pforte Venezuelas", an Land gehen wollte, wurde sie bereits von venezolanischen Sicherheitskräften erwartet und umgehend unter Beschuss genommen. Bei dem Feuergefecht wurde der "Panther" getötet. Die beiden US-Amerikaner konnten sich in der Hitze des Gefechts zunächst retten und versteckten sich am Strand in Fischerbooten, bis sie entdeckt wurden.

Für die Regierung von Präsident Nicolás Maduro war die Gefangennahme von zwei US-amerikanischen Ex-Elitesoldaten ein propagandistischer Erfolg. Im Fernsehen präsentierte er stolz die Reisepässe und weitere Dokumente der beiden Männer und erklärte dabei, dass sie in der bolivarischen Republik vor Gericht gestellt werden und sich für ihre Taten verantworten müssen.  

Jordan Goudreau, der wie Berry und Denman ehemaliger Elitesoldat des 1st Special Forces Command war, übernahm die Verantwortung für den "Einfall" in Venezuela. Der gebürtige Kanadier gründete erst 2018 das Söldnerunternehmen Silvercorp USA, mit dem er "Regierungen und Unternehmen realistische und zeitgemäße Lösungen für irreguläre Probleme" anbieten wollte. 

Auch Luke Denman und Airan Berry bestätigten in ihren Aussagen, dass sie für Goudreau gearbeitet haben und er ihnen mehrere zehntausend US-Dollar für diese Mission zugesprochen hatte. Tatsächlich wurde ein "Servicevertrag" zwischen Silvercorp und dem rechtsradikalen Putschisten Guaidó am 16. Oktober 2019 über 212,9 Millionen US-Dollar geschlossen, den er anfänglich geleugnet hatte.

Mit diesem Boot wollte ein Teil der Gruppe unter der Führung von Robert

Als die Beweislast aber zu erdrückend wurde, gab dessen enger Vertrauter Juan Rendon in einem CNN-Interview zu, dass dieser Vertrag tatsächlich geschlossen wurde. Allerdings habe es sich um ein "Sondierungsabkommen" gehandelt, um die Möglichkeit zu überprüfen, Mitglieder von Maduros Regierung gefangenzunehmen und sie "der Gerechtigkeit auszuliefern." Man habe aber erkannt, dass der Plan nicht durchführbar sei und ihm deswegen die Unterstützung entzogen. Goudreau habe daraufhin seine Männer trotzdem auf eine "verbockte Selbstmordmission" geschickt und müsse deshalb auch die alleinige Verantwortung dafür tragen, sagte "JJ" Rendon weiter.

Für Tarek William Saab, dem venezolanischen Generalstaatsanwalt der Anklage gegen die beiden gefangengenommenen US-Amerikaner erhoben hatte, war die Sachlage eindeutig. Sie haben sich an einer illegalen Operation teilgenommen, mit dem Ziel, den Präsidenten der bolivarischen Republik zu entführen.

Am Freitag wurden sie von einem Gericht in Caracas der Verschwörung, des illegalen Waffenhandels und des Terrorismus für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt, wie Saab über Twitter bekannt gab.  

Die Anwälte der US-Amerikaner vertreten jedoch die Ansicht, die Anhörung sei durch Unregelmäßigkeiten beeinträchtigt worden. Alonso Medina Roa sagte, er sei vor einem Monat von den Familien der beiden US-Amerikaner beauftragt worden, bisher sei es ihm aber untersagt gewesen, seine Klienten zu treffen oder mit ihnen zu sprechen.

Richter Máximo Marquez habe die verfassungsmäßigen Rechte auf Verteidigung verletzt, indem er den Anwalt nie über das Verfahren am Freitagabend im Hauptquartier der SEBIN-Polizei informiert habe. Stattdessen wurden die Angeklagten von einem öffentlichen Strafverteidiger vertreten.

Vertreter der US-Regierung bestreiten jegliche Beteiligung an dem Angriff. Außenminister Mike Pompeo sagte, Washington werde alles in seiner Macht stehende tun, um den beiden Angeklagten die Freiheit zu ermöglichen.

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