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Streit um Erbe von Alfredo Stroessner: Gericht erlaubt Exhumierung von Paraguays Ex-Diktator

Streit um Erbe von Alfredo Stroessner: Gericht erlaubt Exhumierung von Paraguays Ex-Diktator
Streit um Erbe von Alfredo Stroessner: Gericht erlaubt Exhumierung von Paraguays Ex-Diktator. Auf dem Archivbild: Mitarbeiter des Friedhofs Campo de Esperança in Brasília begraben den Sarg mit dem ehemaligen paraguayischen Diktator Alfredo Stroessner, 17. August 2006
Der Leichnam von Alfredo Stroessner darf laut einem Gerichtsbeschluss exhumiert werden. Somit will ein angeblicher Sohn des ehemaligen Diktators von Paraguay sein Recht auf das reiche Erbe beweisen. Das Prozedere kann aber infolge der Corona-Krise ins Stocken geraten.

Ein brasilianisches Gericht hat die Exhumierung des Leichnams des ehemaligen paraguayischen Diktators Alfredo Stroessner genehmigt. Wie brasilianische und paraguayische Medien am Dienstag berichteten, forderte dies ein angeblicher Sohn des im Jahr 2006 verstorbenen Ex-Generals. In der Erklärung des Gerichtes hieß es, dass Graciela, die nun 74-jährige legitime Tochter und einzige lebende Erbin des Ex-Präsidenten, dem Prozedere zugestimmt habe.

US-Soldaten während der Invasion der Karibikinsel Grenada 1983- Quelle: PETER CARRETTE

Alfredo Stroessner wurde im Jahr 1912 in der Familie eines deutschen Einwanderers und einer paraguayischen Bäuerin geboren. Im Jahr 1945 heiratete er Eligia Mora. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Gustavo, Alfredo und Graciela. Im Jahr 1954 putschte er sich an die Macht. Während seiner Diktatur wurden Tausende Menschen festgenommen und gefoltert. Nach Angaben der paraguayischen Wahrheitskommission ließen die damaligen Behörden rund 400 Menschen spurlos verschwinden. Ihre Leichen wurden nie gefunden. Nach seiner Entmachtung durch einen Militärputsch im Jahr 1989 floh der ehemalige Präsident nach Brasilien, wo er im Jahr 2006 starb.

Zu Zeiten seiner Regierung wurden Alfredo Stroessner zahlreiche Liebesaffären nachgesagt. In den 1970er-Jahren soll Michelle Fleitas eine seiner Geliebten gewesen sein. Ihr Sohn Enrique Alfredo kämpft nun um das 20 Millionen US-Dollar schwere Erbe seines mutmaßlichen Vaters. Mit der Exhumierung und dem anschließenden Vaterschaftstest wird er aber einige Zeit warten müssen: Infolge der COVID-19-Pandemie in Brasilien muss zunächst die Leitung des Friedhofs in Brasília, auf dem der frühere Diktator begraben ist, dem Prozedere zustimmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Exhumierung der Leiche von Alfredo Stroessner ins Gespräch kommt. Nach dem Amtsantritt des aktuellen Präsidenten Paraguays, Mario Abdo Benítez, im Jahr 2018 wurde die Frage aufgeworfen, ob die sterblichen Überreste des Diktators in seine Heimat befördert werden sollten. Die Öffentlichkeit kritisierte den Vorstoß jedoch scharf. Anschließend erklärte Vizepräsident Hugo Velázquez, dass der Moment noch nicht gekommen sei.

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