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Streit um Schuldenschnitt für Argentinien: Regierung und Gläubiger lehnen gegenseitige Angebote ab

Streit um Schuldenschnitt für Argentinien: Regierung und Gläubiger lehnen gegenseitige Angebote ab
Streit um Schuldenschnitt für Argentinien: Regierung und Gläubiger lehnen gegenseitige Angebote ab (Symbolbild)
Argentiniens Schulden sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert die zweitgrößte Wirtschaft Südamerikas von ihren Gläubigern, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar zu verzichten. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Der Streit über einen Schuldenschnitt für Argentinien dauert schon seit Monaten an. Kürzlich haben mehrere wichtige Gläubiger das "letzte" Angebot der argentinischen Regierung abgelehnt und eine Gegenofferte unterbreitet. Am Montag unterbreiteten drei große Gläubigergruppen eine gemeinsame Erklärung, in der es unter anderem hieß:

Argentinien verlängert Verhandlungen mit Gläubigern um einen Monat (Symbolbild)

Wir glauben, dass unser gemeinsames Angebot 1) für eine kurzfristige Entlastung sorgt, die Argentinien dringend braucht, 2) eine nachhaltige langfristige Lösung schafft, die die Zukunft des Landes sichert und ihm Zugang zu internationalen Kapitalmärkten gewährt sowie 3) für einen notwendigen rechtlichen Rahmen sorgt, der weitere Investitionen fördern soll, die das Land braucht, um den Weg einer nachhaltigen Erholung einzuschlagen.

Medienberichten zufolge forderten die Kreditgeber, die rund ein Drittel der für die Umschuldung vorgesehenen Titel halten und zu denen die Investmentkonzerne Blackrock, Fidelity, Greylock Capital und Ashmore gehören, höhere Zinsen auf die Staatsanleihen und Änderungen an einigen Vertragsklauseln.

Die argentinische Regierung lehnte am Montag das Umschuldungsangebot ab. Wie Präsident Alberto Fernández im Fernsehen sagte:

Wir können uns nicht von dem Angebot wegbewegen, das wir gemacht haben. Das ist eine zu große Anstrengung, die uns an unsere Grenzen bringt. Wir wollen keine Anstrengung machen, die die am stärksten gefährdeten Sektoren Argentiniens in Gefahr bringt.

UN-Kommission prognostiziert 45 Millionen neue Arme in Lateinamerika wegen Corona-Krise. Auf dem Archivbild: Paolo Grana holt Wasser aus einem Behälter in San Juan de Miraflores, Lima, Peru, 10. März 2015

Auch der argentinische Wirtschaftsminister Martín Guzmán machte deutlich, dass das aktuelle Angebot das letzte Wort aus Buenos Aires sei:

Wir sehen, dass es in dieser Gruppe von Gläubigern an Verständnis für die beschränkten Möglichkeiten Argentiniens fehlt.

Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht. Das am 6. Juli unterbreitete "letzte" Angebot der argentinischen Regierung gilt bis zum 4. August. Kommt es zu keiner Einigung, droht dem Land erneut die Staatspleite. Es wäre der neunte Zahlungsausfall in der argentinischen Geschichte.

Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate hat zuletzt mehr als 50 Prozent betragen. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um rund zehn Prozent.

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