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Kolumbien: Whistleblower und Menschenrechtler beklagen Zusammenarbeit von Militär und Drogenhandel

Kolumbien: Whistleblower und Menschenrechtler beklagen Zusammenarbeit von Militär und Drogenhandel
Kolumbianische Soldaten und US-Fallschirmjäger nach einer militärischen Übung in Kolumbien, Januar 2020 (Symbolbild).
Die USA entsenden Spezialeinheiten nach Kolumbien, sie sollen den Drogenhandel bekämpfen. Während die Mission als Vorwand für eine Infiltration ins Nachbarland Venezuela angesehen wird, blüht der Drogenexport aktuellen Enthüllungen zufolge mithilfe der Armee.

Die US-Spezialeinheit (SFAB) soll ab Anfang Juni das Militär in Kolumbien für einige Monate bei der Bekämpfung des Drogenhandels unterstützen, wie die US-Botschaft in Bogotá mitteilt. Die SFAB ist eine spezialisierte Einheit der US-Armee, ihre Mission in Kolumbien soll sich in erster Linie auf die von der kolumbianischen Regierung definierten "Zonas Futuro" konzentrieren.

Mitglieder der ab Juni nach Kolumbien verlegten US-Spezialeinheit

Die Regierung von Präsident Iván Duque hat die Zonen als besonders von Gewalt oder Drogenhandel betroffene Regionen ausgemacht, denen daher besondere strategische Aufmerksamkeit zukommen müsse.

Während die militärischen Befehlshaber in Kolumbien und den USA diesen Schritt als herausragendes Beispiel der besonderen Zusammenarbeit anpreisen, mehren sich die kritischen Stimmen innerhalb der kolumbianischen Bevölkerung und auch in den Nachbarländern, vor allem in Venezuela. Admiral Craig Faller, Oberbefehlshaber des US-Kommandos Süd (SOUTHCOM), fand hingegen hehre Worte für das Vorhaben:

Die SFAB-Mission in Kolumbien ist eine Gelegenheit, unsere gegenseitige Verpflichtung zur Bekämpfung des Drogenhandels und zur Unterstützung des regionalen Friedens, der Achtung der Souveränität und des dauerhaften Versprechens, gemeinsame Ideale und Werte zu verteidigen, unter Beweis zu stellen.

Auch der kolumbianische Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo und der Generalkommandeur der Streitkräfte, General Luis Fernando Navarro, pflichteten dem bei und betonten die Bedeutung des gemeinsamen Kampfes gegen den Drogenhandel, die Wurzel allen Übels:

Der Drogenhandel tötet unsere Bauern, zerstört Wälder und Wildtiere und verseucht die Flüsse und Meere Kolumbiens.

Infiltrierung Venezuelas befürchtet

Von den designierten Zonas Futuro, die etwa 2,4 Prozent des kolumbianischen Territoriums ausmachen, befinden sich einige in Grenzgebieten zu Venezuela, darunter Catatumbo und Arauca. 

Kritische Stimmen befürchten, dass der Kampf gegen den Drogenhandel lediglich ein Vorwand ist, um Venezuela zu infiltrieren. So schreibt ein Anhänger der venezolanischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro, den die USA stürzen will: 

Sie kommen, um Venezuela zu infiltrieren und die Route für die Entsendung der Drogenhändler zu erweitern, während die USA sich die Reichtümer Venezuelas aneignen.

Die Entsendung der US-Truppen wird zudem in Kolumbien kritisiert, weil sie nicht vom kolumbianischen Senat genehmigt wurde und damit gegen die nationale Verfassung verstößt. Die kolumbianische Abgeordnete Aída Avella verweist darauf, dass die Spezialeinheiten für Kriegsschauplätze ausgebildet sind, aus Afghanistan und Irak kommen und dort keinerlei Erfahrung in der Eindämmung von Drogenhandel gesammelt haben.

Ist eine Aggression gegen Venezuela in Vorbereitung? Die Kolumbianer wollen keinen Krieg", so Avella.

Ausweise der US-Söldner, die an der gescheiterten

Die Kleinbauern in einigen betroffenen Zonen befürchten, dass mit der Ankunft der US-Einheiten weitere Zivilisten sterben werden, wie es immer wieder im Namen des Kampfes gegen den Drogenhandel geschieht.

Darüber hinaus stehen Teile der kolumbianischen Politik sowie des Militärs unter Verdacht, sich selbst systematisch am Drogenexport zu bereichern. Zuletzt gab es Berichte von Whistleblowern aus dem kolumbianischen Militär, die eine heimliche Flugpiste nahe einer kolumbianisch-panamaischen Militärbasis in Bajo Cauca ausfindig gemacht haben wollen, über die kolumbianische Streitkräfte Kokain mutmaßlich in die USA ausfliegen.

Diese Zusammenarbeit zwischen Militär und Drogenhandel prangern vor allem lokale Nichtregierungsorganisationen an, wie die Ökumenische Menschenrechtsorganisation Justicia y Paz (CIJP). Demnach beteiligen sich die Militärs in einer der von der Duque-Regierung ausgemachten Zonas Futuro am Transport von Kokain und von Chemikalien für die Drogenherstellung, wie sowohl die CIJP als auch die Whistleblower des Militärs behaupten.

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