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Wie aus einem schlechten Rambo-Drehbuch: US-Söldner wollten Maduro per Flugzeug in die USA entführen

Wie aus einem schlechten Rambo-Drehbuch: US-Söldner wollten Maduro per Flugzeug in die USA entführen
Ausweise der US-Söldner, die an der gescheiterten "Operation Gideon" in Venezuela teilnahmen. Präsentiert wurden diese am 6. Mai im Staatsfernsehen.
Immer mehr Details der gescheiterten "Operation Gideon" in Venezuela werden bekannt, nachdem zwei ehemalige US-Elitesoldaten gefangen genommen und verhört wurden. Ein Vertrauter Juan Guaidós bestätigte zudem, dass ein Vertrag mit dem US-Söldnerunternehmen unterzeichnet wurde.

Es liest sich wie aus einem Drehbuch für einen Hollywoodstreifen, mit Sylvester Stallone in der Rolle als Rambo: Eine kleine, ausgewählte Gruppe von 60 venezolanischen desertierten Soldaten soll mithilfe von zwei ehemaligen US-Elitesoldaten den Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, aus dem Miraflores-Palast entführen. Anschließend sollen sie ihn zum Flughafen von Caracas bringen, der in der optimistischen Planung zuvor unter Kontrolle gebracht wurde, und dann den Präsidenten mit einem Flugzeug in die Vereinigten Staaten von Amerika verschleppen.

Im Film wäre Rambo dieses Höllenkommando sicherlich gelungen. Auch Präsident Nicolás Maduro sagte nach der Festnahme der zwei US-Bürger, dass sie "Rambo spielten".

Aber in der Realität scheiterte die "Operation Gideon" bereits in dem Augenblick, als sich die Gruppe von Kolumbien aus auf den Weg über die Grenze nach Venezuela machte. Jordan Goudreau, ein ehemaliger Elitesoldat des 1st Special Forces Command und Chef des "Sicherheitsunternehmens" Silvercorp USA, war sich seiner Sache sehr sicher.

Mit diesem Boot wollte ein Teil der Gruppe unter der Führung von Robert

Am 3. Mai, dem Tag der Operation, ließ er verschiedene Videos über die Journalistin Patricia Poleo in Miami veröffentlichen, wo er über einige Details wie Umfang und Hintermänner sprach. RT berichtete darüber. 

Insbesondere die Rolle von Juan Guaidó, dem selbsternannten "Interimspräsidenten", der von einigen Ländern  – darunter auch Deutschland  – sogar als "legitimer Präsident" bezeichnet wird, rückt dabei in den Vordergrund. Goudreau präsentierte einen "Servicevertrag" über 212,9 Millionen US-Dollar, den sein Unternehmen am 16. Oktober 2019 mit Guaidó geschlossen hatte, was der vom Westen unterstützte radikale Oppositionspolitiker aber stets leugnete. 

Noch am Dienstag erklärte Guaidó gegenüber dem Parlament, dass er nichts damit zu tun habe, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt die veröffentlichten Indizien gegen seine Darstellung sprachen. Er erklärte sogar, dass es gar "keine Beziehung zu irgendeinem Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsbranche" gebe, das gelte auch für Silvercorp USA. Bereits am nächsten Tag wendete sich dann das Blatt, als Juan Rendon, ein enger Vertrauter des "Interimspräsidenten", in einem CNN-Interview zugab, dass es doch einen Vertrag mit dem Söldnerunternehmen gab. Er musste es schließlich wissen: Immerhin hatte er neben Guaidó selbst den Vertrag als "Hoher Präsidialer Kommissar für Strategie und Krisenmanagement" unterzeichnet. 

Allerdings habe es sich dabei lediglich um ein "Sondierungsabkommen" gehandelt. Damit sollte die Möglichkeit überprüft werden, Mitglieder von Maduros Regierung gefangenzunehmen und sie "der Gerechtigkeit auszuliefern." Doch man habe erkannt, dass der Plan nicht durchführbar sei und ihm deswegen die Unterstützung entzogen. Goudreau habe daraufhin seine Männer trotzdem auf eine "verbockte Selbstmordmission" geschickt und müsse deshalb auch die alleinige Verantwortung dafür zu tragen.

Ob nun Guaidó seine Unterstützung entzogen hat oder nicht: Juan Rendon bestätigte die Aussage von Luke Denman, einem der beiden gefangengenommenen US-Bürger und ehemaligen Green Beret Soldaten. Das Ziel von "Operation Gideon" sei laut Denman die Entführung von Präsident Maduro in die USA gewesen. Ob das auch zum anfänglichen Plan gehört hat, so wie man ihn mit Guaidó besprochen hatte, ist nicht bekannt.

Es ist aber nur schwer nachvollziehbar, dass Goudreau tatsächlich auf eigene Faust gehandelt haben soll. Zumindest deckt es sich aber mit seiner eigenen Aussage, dass die Finanzierung für die Operation über "Spenden" erfolgt sei, nachdem sich Guaidó nicht an den Vertrag gehalten habe. So dilettantisch wie die Gruppe vorging, ist es jedoch fraglich, ob sie aktive Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes hatten. US-Präsident Donald Trump stritt jedenfalls jegliche Kenntnis über diese Operation ab. Das allein ist natürlich kein Beweis dafür, dass die US-Regierung nichts davon wusste.

Immerhin werden solche Söldnerunternehmen genau aus diesem Grund angeheuert. Die Regierungen sollen dadurch die Möglichkeit einer "glaubhaften Abstreitbarkeit" haben, sollte eine Operation mal nicht wie geplant verlaufen.

Eines wird dabei jedoch sehr deutlich: Es scheint eine Fehlannahme gewesen zu sein, dass sich Goudreau nur mit fremden Federn schmücken und mit Kontakten ins Weiße Haus angeben wollte, die er angeblich nie hatte. Es existieren Bilder, die ihn ganz klar in unmittelbarer Nähe von Donald Trump zeigen. Diese wurden bei einem Auftritt am 26. Oktober 2018 in Charlotte/North Carolina aufgenommen, wo sich der US-Präsident für die Wahl des Republikaners Mark Harris in den Kongress starkmachte. Demzufolge wurde Silvercorp USA bereits zu diesem Zeitpunkt nebst dem Secret Service im Sicherheitsaufgebot des US-Präsidenten eingesetzt.

Angesichts dessen erscheint der Tweet von Goudreau vom 4. Mai in einem ganz anderen Licht. Dieser wurde nur einen Tag nachdem die erste Aktion der "Operation Gideon" blutig gescheitert war, und seine beiden Kollegen Airan Berry und Luke Denman gefangengenommen wurden, von ihm verfasst. Er bestätigte darin die Operation  – adressiert an Präsident Trump persönlich. Das ist selbstverständlich noch kein Beweis für irgendetwas, aber es wirft Fragen auf. Ebenso wie die Tatsache, dass danach sein Twitter Account  gelöscht wurde. Da der Chef von Silvercorp USA der einzige ist, der tatsächlich mehr über seine wahren Auftraggeber sagen könnte, möchte die venezolanische Regierung die Auslieferung Goudreaus beantragen, um ihn zusammen mit den anderen gefangengenommenen US-Bürgern vor Gericht stellen zu können.  

Mehr zum Thema - Schweinebucht 2.0 in Venezuela und die Rolle von US-Söldnern: "Sie spielten Rambo"

 

         

   

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