Afrika

"Wegen der Historie" – Bundesratspräsident will in Namibia Kolonialvergangenheit ansprechen

Auf seiner Afrikareise macht Bundesratspräsident Daniel Günther auch die Verbrechen des Deutschen Reiches an den Herero und Nama zum Thema. Forderungen nach Wiedergutmachung und einer offiziellen Entschuldigung kam die deutsche Regierung bislang nicht nach.
"Wegen der Historie" – Bundesratspräsident will in Namibia Kolonialvergangenheit ansprechenQuelle: Reuters © Christian Mang

Bundesratspräsident Daniel Günther besucht am Donnerstag Angola und Namibia. In Namibia töteten Soldaten des damaligen Deutschen Reiches Zehntausende Angehörige der Volksgruppe der Herero und der Nama. 

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erinnerte Günther and die Kolonialvergangenheit zwischen 1884 und 1915: 

Wegen der Historie hat Namibia auf meiner Afrikareise eine besondere Bedeutung. Ich werde dort die Gelegenheit nutzen, nicht nur etwas über Perspektiven unserer Zusammenarbeit zu sagen, sondern auch über das Leid, das Deutsche über das Land gebracht haben. 

Bislang blieben die Forderungen nach Wiedergutmachung der Nachkommen der Opfer von der deutschen Regierung unbeantwortet.

Die Herero-Vertreterin Esther Utjiua Muinjangue forderte eine Entschuldigung Deutschlands auf höchster Ebene und verglich die Haltung des Bundestags mit der in Bezug auf die Verbrechen an den Armeniern. Während diese deutlich als Völkermord bezeichnet wurden, scheue Deutschland davor zurück, die Verbrechen unter deutscher Kolonialherrschaft als solche anzuerkennen: 

Was ist der Unterschied? Die Herero sind schwarz, die Deutschen glauben, dass sie Schwarze nicht ernst nehmen müssen. Das ist für mich die einzige Schlussfolgerung.

Zwar bezeichnete die Regierung die Verbrechen als Völkermord, aber eine offizielle Entschuldigung sowie Entschädigungszahlungen blieben bislang aus. Eine Entschuldigung, so die Vertreter der Opfer, sei nur dann akzeptabel, wenn sie an die Anführer der ethnischen Volksgruppen Herero und Nama adressiert sei, und nicht an die Regierung Namibias. 

Ende des letzten Jahres wurden in Berlin Vertretern der ethnischen Gruppen die sterblichen Überreste der damaligen Opfer überreicht. Esther Utjiua Muinjangue sagte dazu:

Während dieser Zeit wurden die Körper enthauptet, die Schädel genommen, in größte Töpfe geworfen, gekocht und dann den Nama- und Herero-Frauen gegeben, damit sie die Haut und das Fleisch abziehen. Dann wurden sie nach Deutschland verschifft, für die sogenannte wissenschaftliche Forschung. Später wurde es zu einem Geschäft.

Günther fordert von Deutschland mehr Engagement in Afrika: 

Ich habe Afrika als Besuchsziel ausgewählt, weil es gemeinsamer Wille in Deutschland ist, uns deutlich mehr um diesen Kontinent zu kümmern. In den vergangenen Jahren haben wir das zu wenig getan.

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