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EU-Kommissar fordert Familienplanung in Afrika gegen Bevölkerungsexplosion

EU-Kommissar fordert Familienplanung in Afrika gegen Bevölkerungsexplosion
Mütter mit Kindern in einer Klinik von Johannesburg, Südafrika, 7. April 2006.
Bis zum Jahr 2050 wird eine Verdopplung der Bevölkerung Afrikas auf 2,5 Milliarden Menschen erwartet. Eine Ein-Kind-Politik nach chinesischem Modell will der EU-Kommissar zwar nicht, fordert aber zum Gespräch über eine striktere Geburtenkontrolle in Afrika auf.

Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, fordert in einem Gespräch mit der Osnabrücker Zeitung Geburtenkontrolle in Afrika und die Bestellung eines EU-Kommissars für Afrika. Um den jungen Menschen in Afrika eine Perspektive zu geben habe die europäisch-afrikanische Allianz eine "wichtige Initiative auf den Weg gebracht".

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Angesichts der wachsenden Bevölkerung müsse man jedoch "neue Wege gehen". Hier fordert Stylianides mehr Engagement aus der afrikanischen Privatwirtschaft. Dem stünden aber nach wie vor Rechtsunsicherheit und Korruption entgegen. 

Ein eigens beauftrager EU-Kommissar für Afrika könnte "angesichts der Bedeutung, die der afrikanische Kontinent für Europa in der Zukunft haben wird" helfen. Die Migration werde auch durch den Klimawandel beeinflusst. Ganze Regionen in Afrika würden bald unbewohnbar werden. 

Auf die Frage, ob sich die EU für Verhütung in Afrika stark machen sollte, sagte Stylianides:

Es stimmt, dass wir mit unseren afrikanischen Partnern auch über das Thema Geburtenkontrolle stärker ins Gespräch kommen müssen, um der Bevölkerungsexplosion entgegenzuwirken. Dabei gilt es aber, Rücksicht zu nehmen auf die jeweilige Kultur. Ich will hier keiner Familienplanung, wie es die Chinesen mit ihrer Ein-Kind-Politik gemacht haben, das Wort reden. Keinesfalls. Niemand will ein solches System in Afrika. 

Gegen eine Bevölkerungsexplosion führte China im Jahr 1979 die Ein-Kind-Politik ein. Die Einhaltung der Regeln wurde durch finanzielle Mittel bis zum 14. Lebensjahr des Kindes gefördert. Bei Nichteinhaltung mussten Strafen gezahlt werden. Starb das erste Kind, oder war es behindert, wurde die Geburt eines zweiten Kindes erlaubt. Ebenfalls galten Ausnahmen für Eltern, die auf dem Land lebten und für ethnische Minderheiten.

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Nach mehr als 35 Jahren wechselte der chinesische Staat zur Zwei-Kind-Politik. Die Geburt eines zweiten Kindes war nicht mehr strafbar, sofern ein Elternteil ein Einzelkind war. Aus Sicht der chinesischen Regierung war die Ein-Kind-Politik erfolgreich, denn die Geburtenrate ging zurück. Mittlerweile haben junge Chinesen aber ein geringes Interesse am Kinderkriegen. Anfang kommenden Jahres könnte die Geburtenkontrolle daher ganz aufgehoben und ein neues Gesetz hierzu verabschiedet werden. 

Im Jahr 2100 wird die Weltbevölkerung rund 10,9 Milliarden Menschen betragen. Liegt die durchschnittliche Geburtenrate heute bei rund 2,5 Kindern pro Frau, wird sie im Jahr 2100 auf 1,9 Kinder pro Frau gesunken sein. Im Zeitraum der Jahre 2020 bis 2100 steigt, nach Angaben von Pew Research die Bevölkerung Afrikas von 1,3 auf 4,3 Milliarden Menschen. Allein in der sub-Sahara Region wird sich die Zahl der Menschen verdreifachen.

Die Hälfte aller weltweit geborenen Kinder wird im Jahr 2100 auf dem afrikanischen Kontinent das Licht der Welt erblicken. Heute sind es nur drei von zehn Kindern. Schätzungsweise nur 30 Prozent der Frauen in Afrika nutzen Verhütungsmittel – dem Großteil fehlt der Zugang zu Verhütungsmitteln oder sie sind unerschwinglich.

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