icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Gesundheitsministerium Libyen (GNA) : Mindestens 20 Tote und weitere Verletzte bei Zusammenstößen

Gesundheitsministerium Libyen (GNA) : Mindestens 20 Tote und weitere Verletzte bei Zusammenstößen
Streitkräfte Einheitsregierung Libyens (GNA) treffen am 6. April 2019 in Tajura, einem Küstenvorort nahe Tripolis, ein.
Militäroperationen in Libyen haben Tripolis erreicht. Nachdem die Streitkräfte um General Haftar den Flughafen eingenommen hatten, ordnete der Premierminister seinen Truppen an, bei Bedarf Gewalt anzuwenden. Das US-Militär zieht vorübergehend Soldaten aus dem Land ab.

Wie das Gesundheitsministerium der libyschen Regierung der Nationalen Vereinbarung (GNA) am Sonntag mitteilte, hat es mittlerweile in Tripolis bei Zusammenstößen mit der libyschen Nationalarmee (LNA) mindestens 20 Tote und 27 Verletzte gegeben.

Wie viele der Opfer Militärs oder Zivilisten waren, wurde nicht bekannt. Zuvor hatte die UN-Mission in Libyen eine zweistündige Kampfpause gefordert, um Verwundete aus den südlichen Vororten Stadt zu evakuieren.

 Libyscher Außenminister zu Russlands Vermittlerpotenzial: Fordern Putin auf, in Libyen einzugreifen (Abdulhadi Elhweg, Außenminister der libyschen Regierung in Tobruk)

Laut Berichten der Nachrichtenagentur Sputnik unter Berufung auf eine Militärquelle hat die libysche Nationalarmee (LNA) seit Sonntagfrüh Militäroperationen aus der Luft über der libyschen Hauptstadt Tripolis durchgeführt.

Das Afrika-Kommando der US-Streitkräfte teilte am Sonntag mit, ein Kontingent von Soldaten sei aufgrund der Unruhen vorübergehend aus dem Land abgezogen worden.

Ein Kontingent von US-AFRICOM-unterstützenden Streitkräften wird als Reaktion auf die (Verschlechterung der) Sicherheitsbedingungen vorübergehend aus Libyen umgesiedelt. Wir werden die Situation vor Ort weiterhin beobachten und die Möglichkeit prüfen, die militärische Präsenz der USA gegebenenfalls wieder aufzunehmen", hieß es in der Mitteilung.

Die Sicherheitsbedingungen vor Ort seien zunehmend "komplexer und unvorhersehbar", erklärte Kommandeur Thomas Waldhauser. Man beobachte die Lage weiter. Um wie viele Soldaten es sich handelt und wohin sie verlegt wurden, erklärte er nicht.

Die Streitkräfte um den libyschen Militärkommandanten Chalifa Haftar hatten zum Samstag mitgeteilt, dass sie die volle Kontrolle über den ehemaligen, weitgehend zerstörten internationalen Flughafen Tripolis übernommen haben, 34 Kilometer von der Stadt entfernt. Der Flughafen wurde nach schweren Kämpfen zwischen konkurrierenden bewaffneten Gruppen im Jahr 2014 stillgelegt. Die LNA erklärte, den Flughafen als Basis für Missionen in der Nähe oder in der Hauptstadt nutzen zu wollen.

Mehr zum Thema - Bericht: Ostlibysche Streitkräfte nehmen Internationalen Flughafen Tripolis ein

Kurz zuvor berichtete al-Arabia, dass die konkurrierende Luftwaffe der GNA am Sonntag eine Reihe von Angriffen auf die Positionen der libyschen Nationalarmee (LNA) auf dem internationalen Flughafen Tripolis durchgeführt hat.

In einer Fernsehansprache am Samstag sagte Fayez al-Sarraj, Premierminister der von der UN unterstützten Regierung der Nationalen Vereinbarung (GNA), dass Haftars Libysche Nationalarmee (LNA) auf starken Widerstand von Kräften stoßen würde, die seiner Regierung loyal gegenüberstehen. Er warnte auch vor einem "Krieg ohne Gewinner".

Am Donnerstag hatte Chalifa Haftar seiner libyschen Nationalarmee (LNA) nach jahrelanger Rivalität mit der von der UNO anerkannten Regierung in Tripolis befohlen, voranzuschreiten. Sein erklärtes Ziel sei es, die Stadt von "Milizen und Terroristen" zu befreien, welche sie in ihrem Griff halten. Der 75-jährige Kommandant hat es geschafft, einige Bereiche der Stadt zu übernehmen.

Einige EU-Staaten forderten Haftar und dessen drei wichtigsten externen Unterstützer – Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – auf, sich zurückzuziehen.

Mehr zum Thema - UN-Sicherheitsrat fordert Ende der Kämpfe in Libyen

Frankreich hingegen wurde zuletzt von der Regierung der Nationalen Vereinbarung (GNA) ermahnt,  die Unterstützung von General Haftar zu unterlassen. Berichten zufolge hat Sarraj am Samstag die französische Botschafterin in Libyen, Béatrice du Hellen, kontaktiert, um deutlich zu machen, dass Frankreich die Kämpfe im Westen Libyens anheize, indem es Haftar grünes Licht für den Angriff und die Ergreifung Tripolis gebe, um den Großteil an den Energieressourcen des Landes zu erhalten.

Ende März traf Haftar in Riad mit König Salman von Saudi-Arabien zusammen, nicht jedoch mit Sarraj beim Treffen der Arabischen Liga in Tunis kurz darauf. Dieser Schritt könnte als Signal der Unterstützung für Haftar verstanden werden.

Zudem hat Ägypten in der vergangenen Woche eine gemeinsame Erklärung der USA, Frankreichs, Italiens, des Vereinigten Königreichs und der VAE mit der Bitte um Zurückhaltung nicht unterzeichnet. Auch Kairo ist einer der stärksten Unterstützer Haftars.

Haftar hat sich mit Moskau in Verbindung gesetzt und sprach mit dem Sonderbeauftragten für den Nahen Osten und Afrika, Michail Bogdanow, wie das russische Außenministerium in einer Erklärung mitteilte. Haftar erklärte seine Motivation für den Start einer Militärkampagne gegen Tripolis, den Machtsitz der von der UNO anerkannten Regierung, mit der Haftar konkurriert. Der General sagte, dass die Operation auf "terroristische und extremistische Gruppen" abzielt, einschließlich derjenigen um Tripolis herum. Als Reaktion darauf bekräftigte der russische Beamte "die Unterstützung für politische Methoden zur Lösung aller Konflikte in der libyschen Gesellschaft" und die Bemühungen der Vereinten Nationen, so die Erklärung.

Gegen die Präsenz der US-Streitkräfte hatte es mehrfach Proteste gegeben.

Mehr zum Thema - Kolonialismus 2.0: Frankreich und Italien liefern sich in Libyen einen Stellvertreterkrieg

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen