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Präsident Buhari gewinnt Nigeria-Wahl – Opposition ficht Ergebnis an

Präsident Buhari gewinnt Nigeria-Wahl – Opposition ficht Ergebnis an
Eine Wahlurne in Nigeria.
Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria, wurde der amtierende Präsident Muhammadu Buhari wiedergewählt. Sein Hauptrivale erkennt die Wiederwahl jedoch nicht an. Sollten die Spannungen eskalieren, könnte dies verheerende Folgen haben.

Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bleibt Staatschef im bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Der 76-Jährige sicherte sich bei der Präsidentenwahl mit 15,1 Millionen Stimmen eine zweite Amtszeit, wie die Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Sein Hauptrivale, der Oppositionskandidat Atiku Abubakar (72), erhielt demnach nur 11,2 Millionen Stimmen. Dieser aber nannte die Abstimmung vom Samstag eine "Schein-Wahl" und will das Ergebnis vor Gericht anfechten. Wahlberechtigt waren rund 84 Millionen Bürger.

Buhari kündigte an, die neue Regierung werde sich um mehr Sicherheit, die Restrukturierung der Wirtschaft und um den Kampf gegen Korruption kümmern. Weiter sagte er in einer Ansprache nach Verkündung der Wahlergebnisse, man habe das Fundament dafür bereits gelegt und sei dazu verpflichtet, dies zu Ende zu führen.

Die Abstimmung war Mitte Februar in letzter Minute um eine Woche verschoben worden. Am vergangenen Wochenende wählten die Nigerianer schließlich einen neuen Staatschef und das Parlament. Experten hatten zuvor gewarnt, dass es bei einem knappen Wahlausgang zu Gewalt zwischen Anhängern beider Lager kommen könnte. Der "Situation Room", ein Bündnis mehrerer zivilgesellschaftlicher Gruppen, sprach am Montag von mindestens 39 Menschen, die im Zusammenhang mit der Wahl am Wochenende getötet worden seien.

Abubakar erklärte, er habe "noch nie erlebt", dass die Demokratie seines Landes "so derartig entwürdigt" worden sei, wie am Tag der Wahl. In vielen Bundesstaaten sei es zu vorsätzlichem Fehlverhalten gekommen, twitterte er. Auch hätten Truppen in einigen Gebieten ihre Waffen auf die Bürger gerichtet, welche die Soldaten eigentlich hätten beschützen sollen. "Folglich lehne ich hiermit das Ergebnis der Schein-Wahl vom 23. Februar 2019 ab und werde diese vor Gericht anfechten."

Der konservative Buhari hatte den Wählern versprochen, Korruption und radikale Islamisten zu bekämpfen. Er hatte Nigeria in den 1980er Jahren zeitweise als Militärdiktator regiert und trat erneut für die Partei der Fortschrittlichen (APC) an. Ihm wurde aber vorgeworfen, in seiner Amtszeit nur wenig erreicht zu haben. Die Korruption ging kaum zurück, das Gesundheitssystem ist immer noch desolat und die Anzahl der Armen nahm weiter zu. Rekorde stellte er mit monatelangen Krankheitsaufenthalten in London auf, den Grund dafür verschwieg er.

Der eher liberale Unternehmer Abubakar, der in Nigeria nur mit seinem Vornamen Atiku genannt wird, versprach, die Wirtschaft zu liberalisieren und Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Er trat für die Demokratische Volkspartei (PDP) an. Seit Jahren verfolgen ihn jedoch schwere Korruptionsvorwürfe, die er zurückweist.

Buhari muss sich nun vor allem der Krise im verarmten Nordosten des Landes stellen: Dort terrorisieren sunnitische Extremisten die Bevölkerung. Mindestens zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt. Unter Buharis Führung machte das Militär große Fortschritte im Kampf gegen die radikalen Islamisten, doch diese erstarkten zuletzt wieder.

Nigeria ist mit rund 190 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land, die größte Volkswirtschaft und auch der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Gleichzeitig leben in keinem Land der Welt mehr Menschen in extremer Armut. Das ist einer der Gründe, wieso viele Nigerianer nach Europa immigrieren.

Allein in Deutschland beantragten 2018 gut 11.000 Nigerianer Asyl, und belegten damit Platz 5 in der Asylstatistik. Und der Migrationsdruck wird weiter steigen: Die Bevölkerung soll sich UN-Prognosen zufolge von derzeit knapp 200 Millionen Menschen bis 2100 auf rund 800 Millionen Menschen vervierfachen.

(dpa/rt deutsch)

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