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Macheten-Massaker und Enthauptungen - Islamischer Staat verkündet Präsenz in Südostafrika

Macheten-Massaker und Enthauptungen - Islamischer Staat verkündet Präsenz in Südostafrika
Spezialeinheiten bei einer Übung im Norden von Maputo, Simbabwe - Symbolbild
Ein Massaker mit zehn Toten und die Ankündigung eines Treueschwurs einer lokalen Zelle haben in Mosambik Angst vor einer Ankunft des IS geschürt. Die Regierung bestreitet eine Infiltration, die Afrikanische Union vermutet jedoch die Terroristen bereits im Land.

Zwei ihrer Brutalität wegen besonders viel Aufsehen erregende Angriffe auf Dörfer und beunruhigende Bildern, die durch die Medien gingen, haben in Mosambik die Angst vor einer Bedrohung weiter anwachsen lassen, die an dem Land bislang noch weitgehend vorübergegangen zu sein schien: Die Rede ist von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Am Wochenende griffen offenbare Anhänger des IS die Dörfer Monjane und Macomia nahe der Stadt Palma an. Beide Orte liegen in jenem Teil der Provinz Cabo Delgado, der für die Minen- und Ölwirtschaft bekannt ist.

Bei dem Übergriff töteten die mutmaßlichen IS-Terroristen zehn Menschen, darunter auch Kinder und Meldungen zufolge auch den Dorfvorsteher des an der Grenze zu Tansania gelegenen Monjane.

Die Trauerzeremonie für die vier durch den IS getöteten US-Soldaten

Lokalen Medien zufolge habe der Angriff auf die Dörfer am Samstag vor Morgengrauen stattgefunden. Die Täter seien, so erklärte der Sprecher der nationalen Polizeibehörde, besonders heimtückisch vorgegangen. Sie hätten die Opfer mit Macheten getötet und teilweise enthauptet. Unter den Getöteten hätten sich auch zwei Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren befunden, die zu diesem Zeitpunkt Mäuse gejagt haben sollen, um diese später als Mahlzeit zuzubereiten.

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Erster Anschlag von Islamisten im Oktober 2017

Der radikale islamische Terrorismus ist in Mosambik ein Phänomen der jüngeren Zeit. Eine der ersten Gruppen, die dort in Erscheinung trat, war Al-Shabaab, die mit der gleichnamigen somalischen Vereinigung keine Verbindungen aufweist. Diese soll 2015 entstanden sein und finanziere sich unter anderem durch den Verkauf von Rubinen und Bauholz. Dazu kommt die Vereinigung Ansar al-Sunna, die aus Anhängern eines 2012 getöteten extremistischen Predigers aus Kenia hervorging, die infolge des Ablebens ihres Anführers nach Tansania geflohen waren. Die verstärkte Förderung von Erdgas, die in Mosambik stattfindet, nachdem namhafte Vorkommen entdeckt worden sind, dürfte die Ambitionen von Terroristen geweckt haben, diese unter ihre Kontrolle zu bringen.

Als der erste islamistisch motivierte Terrorakt im Land gilt unterdessen der Angriff auf eine Polizeistation und einen Militärposten in Mocimboa da Praia im Oktober des Vorjahres. Dabei starben 17 Menschen, darunter zwei Polizeibeamte und ein Dorfvorsteher, von den 30 Angreifern überlebten 14 den Angriff nicht.

In der Zeit vom 20. bis zum 22. April griffen islamische Extremisten Dörfer in der Gemeinde Diaca Velha im Bezirk Nangade sowie einen weiteren Ort im Bezirk Palma an. Dabei plünderten und zerstörten sie Häuser, töteten eine Person und nahmen drei weitere als Geiseln. In einer Großrazzia nahmen die Sicherheitskräfte des Landes 30 Dschihadisten fest.

IS erkennt nicht alle Dependancen als "Provinzen" an

Die ersten Anschläge werden Al-Shabaab zugeschrieben, unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete Bridget Johnson für das Portal AllAfrica bereits im April, dass es etwa 90 Personen, die dem "Islamischen Staat" zugehören, gelungen sei, den mehrheitlich muslimischen Norden des Landes zu infiltrieren. Die Regierung in Maputo wies diese Darstellungen kategorisch zurück, allerdings sprach auch die Afrikanische Union im Mai bereits davon, dass der IS in Mosambik präsent sei.

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Am Tag nach dem jüngsten Angriff auf die Dörfer in Cabo Delgado posierte eine Gruppe von sechs Männern, von denen nur zwei vermummt waren, mit Flaggen des IS. Das Bild machte in weiterer Folge in sozialen Medien die Runde, wobei im Zusammenhang mit der Aufnahme angekündigt wurde, dass es in Kürze den Treueschwur einer IS-Zelle in Mosambik geben werde.

US-Soldaten montieren Waffen an einer  MQ-9 Reaper Drohne nach einem Einsatz in Kandahar, Afghanistan, 9. März 2016.

Der selbsternannte Kalif des Islamischen Staates, Abu Bakr al-Baghdadi, wandte sich zuletzt im November 2016 an Anhänger in ferneren Gegenden wie Afghanistan, dem Kaukasus, Indonesien, den Philippinen, dem Sinai, Bangladesch, Nord- und Westafrika und bezeichnete diese als "Basis des Kalifats". Er warnte, dass die "Kuffar [Ungläubige] versuchen würden, Euch zu spalten".

Im Oktober des Vorjahres hatten mutmaßlich nicht Einheimische sich in einem Video als "Stadt des Monotheismus" (MSM) in der Demokratischen Republik Kongo ausgegeben und auf Arabisch dazu aufgerufen, aus den "Ländern der Kuffar" in den Kongo zum Dschihad anzureisen. Obwohl der IS seine Anhänger zur Expansion aufruft, hat der IS nicht immer die Länder, in denen Anhänger behaupteten, einen Dschihad zu führen, als "Provinzen" anerkannt.

Russland hilft Mosambik im Kampf gegen den Terror

Im Anschluss an die Anschläge vom letzten Oktober hatten die Behörden von Mosambik sieben Moscheen geschlossen, die im Verdacht standen, Verbindungen zu den Terrorgruppen aufzuweisen. Mittlerweile sollen sechs davon wieder legalisiert worden sein, nachdem sie die Kontakte zu den bewaffneten Vereinigungen abgebrochen hätten. Anfang des Monats hat Mosambik ein Gesetz in Kraft gesetzt, das terroristische Akte künftig mit bis zu 24 Jahren Gefängnis bedroht.

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Bereits im Januar 2017 hatte die Nachrichtenagentur TASS berichtet, dass die Russische Föderation mit Mosambik ein militärisches und technisches Kooperationsabkommen abgeschlossen hat, das auch die Lieferung von Gerätschaften umfasse, die im Kampf gegen den Terrorismus gebraucht werden.

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