Tansania: Maas gedenkt Opfer des Ersten Weltkriegs

Tansania: Maas gedenkt Opfer des Ersten Weltkriegs
Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) während einer Pressekonferenz bei der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba, Äthiopien
Bei seiner ersten Reise nach Afrika bereiste der deutsche Außenminister Äthiopien und Tansania. In Daressalam gedachte Maas der afrikanischen Opfer des Ersten Weltkriegs. Maas sucht in Ostafrika jedoch auch Zugänge zum lokalen Markt.

Am Denkmal für die afrikanischen Soldaten in den europäischen Kolonialtruppen, die sogenannten Askari, legte er am Freitag einen Kranz nieder. Nach seiner Ankunft in Tansania hatte er betont, "dass 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg den afrikanischen Opfern zu wenig Erinnerung zugutekommt".  

Tansania war von 1885 bis 1918 Teil Deutsch-Ostafrikas, der größten und bevölkerungsreichsten deutschen Kolonie in Afrika. Im Ersten Weltkrieg kämpften und starben Tausende Askari auf Geheiß des deutschen Kaiserreichs im Krieg gegen die britischen, belgischen und portugiesischen Kolonialmächte. Die Gesamtzahl der Kriegstoten in Ostafrika geht in die Hunderttausende.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Präsidenten des Niger, Mahamadou Issoufou, im Kanzleramt.

Maas plädierte in Daressalam dafür, "nach vorne zu schauen", ohne die Erinnerung zu verdrängen. "Wir wollen aus der Vergangenheit eine Brücke über die Gegenwart in die Zukunft schlagen", sagte er.

Bislang dient diese Brücke jedoch hauptsächlich dazu, den afrikanischen Kontinent als willkommenen Absatzmarkt für subventionierte EU-Güter zu nutzen. So lag das Volumen deutscher Agrarausfuhren nach Afrika im Jahr 2016 bei 1,4 Milliarden Euro. Bekanntermaßen erstickt die Ausfuhr subventionierter landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus den westlichen Wohlstandsnationen, die Entwicklung entsprechender einheimischer Strukturen, vielerorts erstickt sie diese im Keim.

Hinzu kommen die vor allem bei der "afrikanischen Zivilbevölkerung" berüchtigten sogenannten Economic Partnership Agreements (EPAs), die Europa den afrikanischen Staaten aufzwingt. Diese fordern eine weitgehend zollfreie Marktöffnung für europäische Produkte.

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Kenia weigerte sich als Mitglied der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) zunächst das euphemistische Vertragswerk zu unterschreiben. Als Reaktion verhängte die EU 2014 Einfuhrzölle auf mehrere kenianische Produkte. Nairobi lenkte ein.

Maria Adebahr (l.), stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amts, und Regierungssprecher Steffen Seibert (r.).

Nach dem Gedenken an die Kriegsopfer besuchte Maas eine Schule, an der Deutsch unterrichtet wird, und reiste dann weiter nach Arusha in der Nähe des Kilimandscharo, der mit fast 6.000 Metern der höchste Berg Afrikas ist. Dort wollte der SPD-Politiker den Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte und die Ostafrikanische Gemeinschaft besuchen. Die EAC ist eine regionale Wirtschaftsunion, der sechs Länder mit 170 Millionen Einwohnern angehören. Ostafrika ist nach Angaben der Weltbank die afrikanische Region mit dem höchsten Reformtempo – trotz der Steine, die den afrikanischen Staaten immer wieder bei ihrer Entwicklung in den Weg gelegt werden.

Bei der Suche nach künftigen Wirtschaftspartnern könnten die EAC-Staaten eine wichtige Rolle beim Marktzugang auf dem afrikanischen Kontinent spielen, heißt es nun zur Begründung der Staatengemeinschaft einen Besuch abzustatten. Einen besonderen Schwerpunkt der Reise bildete auch der Besuch der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba am Vortag.

Für Deutschland ist die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Afrika von großer Wichtigkeit", erklärte das Auswärtige Amt zu Maas' dreitägiger Afrika-Reise.

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