Im Osten erglüht die Sonne: USA reagieren hysterisch auf Chinas Afrika-Politik

Im Osten erglüht die Sonne: USA reagieren hysterisch auf Chinas Afrika-Politik
Der chinesische Außenminister Wang Yi mit seinem dschibutischen Amtskollegen Mahamoud Ali Youssouf.
Washington reagiert hysterisch angesichts des Einflusses der Volksrepublik China in Afrika. Indem der sozialistische Staat in die Infrastruktur afrikanischer Staaten investiert, überflügelt er die USA, sagte der amerikanische Historiker Gerald Horne gegenüber RT.

Der US-Außenminister Rex Tillerson begann seine Afrika-Reise mit der Warnung, dass ein Land durch die Aufnahme von chinesischen Krediten "die Kontrolle über seine eigene Infrastruktur" oder "seine Souveränität verlieren" könnte. Tillerson sprach in der Hauptstadt Äthiopiens, einem wichtigen Empfänger chinesischer Entwicklungshilfen.

Chinas Aufstieg löst Panik in Washington aus

Horne sagte, dass Washington allen Grund hat, sich Sorgen zu machen, hinter China zurückzufallen. Es gibt in den USA die Befürchtung, dass die chinesische Wirtschaft früher oder später die US-Wirtschaft überholen wird. Dies werde einen gewaltigen Einfluss auf das globale Kräftegleichgewicht haben, sagte Horne in einem Interview mit RT International.

Der Historiker sagte, die USA seien besorgt über die neue Seidenstraße, die China seit einigen Jahren fördert. Das ehrgeizige Projekt, das vom chinesischen Staatsvorsitzenden Xi Jinping im Jahr 2013 vorgestellt wurde, zielt darauf ab, den Handel Chinas weltweit auszuweiten.

Ursprüngliches Ziel war, China mit Südost- und Zentralasien auf dem Landweg und mit dem Nahen Osten und Europa auf dem Seeweg zu verbinden. Später weitete die chinesische Führung den Umfang des Projekts auch auf Ostafrika aus. Im Rahmen der neuen Seidenstraße investiert China 3,2 Milliarden US-Dollar in Kenias Eisenbahnnetz, während die USA diesem Land jährlich nur 100 Millionen Dollar Hilfe für die Sicherheitskräfte zukommen lassen.

Ein roter Stern über dem schwarzen Kontinent

Die Vereinigten Staaten sind der größte Geber von Entwicklungshilfe für Afrika, aber China hat Washington im Jahr 2009 als wichtigster Handelspartner des Kontinents überholt und Milliardenbeträge in Infrastrukturprojekte gepumpt. Damit ist China in weniger als zwei Jahrzehnten zum größten Schaffer neuer Jobs auf dem Kontinent geworden.

Laut einem kürzlich erschienenen Artikel des chinesischen Botschafters in Großbritannien, Liu Xiaoming, hat China "den Bau von mehr als 5.000 Kilometern Eisenbahn- und Straßenwegen unterstützt oder finanziert, mehr als 200 Schulen und fast 100 Krankenhäuser gebaut und mehr als 160.000 Fachkräfte in Afrika ausgebildet".

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Beobachter weisen allerdings auch darauf hin, dass die Afrikaner besorgt darüber sind, was passieren wird, wenn China sein Hauptinteresse, nämlich Rohstoffe wie Öl, Holz und Mineralien zu erhalten, befriedigt. Horne erklärt, dass China "eher zivile Projekte begünstigt und betont", während die USA den Schwerpunkt auf die "Terrorismusbekämpfung" legten. Tillersons zweite Reisestation war Dschibuti, wo sich die US-Militärbasis Camp Lemonnier befindet.

Die Betonung des so genannten Terrorismus hat eine nicht ganz so versteckte Agenda", sagte Horne und erklärte, dass die USA fähig sind, Beziehungen zu afrikanischen Militärs aufzubauen.

Wenn also eine Regierung in einem afrikanischen Staat an die Macht kommt, die Washington als bedrohlich für US-Interessen betrachten, werde die bereits bestehende Beziehung mit dem afrikanischen Militär unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Terrorismus einen Militärputsch oder schlimmeres erleichtern, sagte der US-Historiker.

Doch auch Peking ist auch auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik aktiv. China werde dazu beitragen, wichtige Themen wie Terrorismus, Piraterie und Naturkatastrophen in Afrika anzugehen, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

China: Eine Macht für den Frieden

Afrika steht jetzt vor zwei großen Aufgaben: den Frieden und seine Sicherheit zu sichern und seine Entwicklung zu fördern", fügte Wang hinzu.

In Anlehnung an die Rhetorik der US-Präsidenten sagte Wang:

China ist gegen das Mobbing kleiner Staaten durch große Staaten.

Neben der Rivalität mit China wird Tillersons Afrika-Besuch von Washingtons eigener Vergangenheit auf dem Kontinent überschattet. Horne erklärt, dass die jahrhundertelange Ausbeutung schwarzer Sklaven, die Unterstützung der Apartheid in Südafrika und die jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump über "Dreckslock-Länder" den Besuch des Sekretärs in ein anderes Licht rücken.

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