Förderrate steigt erstmals seit Jahren: China steigt ins Erdölgeschäft in Libyen ein

Förderrate steigt erstmals seit Jahren: China steigt ins Erdölgeschäft in Libyen ein
Der chinesische Energieriese PetroChina ist zu einem regelmäßigen Abnehmer von libyschem Erdöl aufgestiegen. Das geht aus einem Vertrag zwischen dem chinesischen Staatsbetrieb und der libyschen "National Oil Company" (NOC) hervor.

Die europäischen Energieunternehmen Shell und British Petroleum unterzeichneten in diesem Jahr bereits ähnliche Verträge mit der nordafrikanischen Nation, auch wenn die politische Instabilität weiter anhält. Im vergangenen Jahr kehrten auch die Firmen Eni, Total, Repsol, Rosneft, Lukoil und Glencore nach Libyen zurück, um die Förderung und den Weiterverkauf fossiler Brennstoffe wiederaufzunehmen.

Zuletzt schloss Libyen 2013 einen Vertrag über regelmäßige Öllieferungen mit der Firma PetroChina, schreibt das Finanznachrichtenportal Bloomberg. Libyens nationale Produktionsrate liegt derzeit stabil bei rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag.

Martin Kobler (z.v.l), Sonder-Gesandte der Vereinten Nationen in Libyen, wartet in Tobruk, Libyen, auf Aguila Saleh, die Leiterin des international anerkannten libyschen Parlaments.

Die libysche Energieindustrie ist noch weit entfernt davon, jene Förderwerte zu erreichen, die unter Machthaber Muammar Gaddafi die Regel waren. Gegenwärtig wird auf einem der landesweit größten Förderfelder gegen schlechte Arbeitsbedingungen protestiert. Die National Oil Company ließ auf dem El-Feel-Feld Wachen gegen die Belegschaft aufmarschieren, heißt es in lokalen Medien. 

Das Scharara-Feld, welches das größte der Nation ist, kämpft ebenso mit periodischen Unterbrechungen. NOC-Beamte veranlassten jedoch eine Output-Erhöhung, um Verluste aus dem El-Feel-Feld auszugleichen.

Der Anstieg der Öleinnahmen inmitten der Erholung der Produktion und der Ölpreise erlaubte es Libyen, sein Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr von 15 Milliarden Dollar im Jahr 2016 auf 7,85 Milliarden US-Dollar zu halbieren, erklärte die Zentralbank.

Die libyschen Öleinnahmen steigen aufgrund der sich langsam verbessernden militärischen Lage im Land. Sie verdreifachten sich im Jahr 2017 fast und liegen bei 14 Milliarden US-Dollar. Das arabische Land schaffte es im vergangenen Jahr, seine Ölproduktion allmählich wiederherzustellen und zum ersten Mal seit 2013 eine Förderrate von einer Million Barrel pro Tag zu erreichen.

In ihrem Wirtschaftsausblick auf Libyen im Oktober 2017 fasste die Weltbank zusammen:

Trotz starker, vom Ölsektor getriebener Wachstumsleistung leidet die libysche Wirtschaft noch immer unter politischen Unruhen, die sie daran hindern, ihr Potenzial zu erreichen. Nach vier Jahren der Rezession erholte sich die libysche Wirtschaft im ersten Quartal 2017 dank der Wiederaufnahme der Produktion von Kohlenwasserstoffprodukten nach der Wiederinbesitznahme der wichtigsten Ölfelder von Milizen im vergangenen Jahr.

 

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen