Russland will Vorschläge zur Nutzung von Militärbasen am Roten Meer erwägen

Russland will Vorschläge zur Nutzung von Militärbasen am Roten Meer erwägen
Der Präsident des Sudan, Omar al-Baschir, beim Gesprächmit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin in Sotschi
Im Rahmen seines Besuchs in Russland hat der sudanesische Präsident Omar al-Baschir mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Möglichkeiten für die Einrichtung einer Militärbasis am Roten Meer erörtert.

Russland sei bereit, eine Militärbasis am Roten Meer einzurichten, falls die sudanesischen Behörden Moskau einen diesbezüglichen Vorschlag unterbreiten sollten, so Franz Klinzewitsch, erster Vizechef des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates (russisches Parlamentsoberhaus) zu der Nachrichtenagentur TASS.

Bisher wurden noch keine Vereinbarungen über eine Basis im Sudan getroffen, eine solche Perspektive sei aber möglich.

Sicherlich kann diese Entscheidung nur vom Präsidenten getroffen werden. Wir müssen verstehen, dass Russland seine Sicherheit und seine globale Präsenz sehr ernst nimmt" und eine solche Basis im Sudan würde seinen Sinn haben.

Die Präsenz Russlands in der Region könne eine stabilisierende Rolle spielen, so Klinzewitsch.

Eine russische Militärbasis in dem einen oder anderen Land ist eine Garantie für dessen Sicherheit“.

Auch bestimmte andere Länder können sich Russland mit einem Vorschlag zur Nutzung ihrer Militärbasen nähern, so der Abgeordnete. Er gehe davon aus, dass weitere Länder sich in der nahen Zukunft zu diesem Zwecken an Russland wenden werden.

Aus meiner Sicht wird die Zahl solcher Vorschläge in Kürze zunehmen. Dennoch liegt die Entscheidung bei unserem Präsidenten", sagte Klinzewitsch.

Zuvor hatte der Sudan mit dem russischen Verteidigungsministerium eine Einigung über die Unterstützung bei der Aufrüstung seiner Streitkräfte verhandelt.

Spaltung des Sudan: Besorgniserregende Einmischung der USA

Im Rahmen des Treffens mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin betonte der Präsident des Sudan, Umar al-Baschir, er und seine Landsleute empfänden die Situation im Roten Meer als besorgniserregend.

Wir glauben, dass die Einmischung der USA in diese Angelegenheiten ebenfalls ein Problem darstellt. Wir möchten dieses Thema vom Standpunkt der Nutzung von Stützpunkten im Roten Meer aus diskutieren", sagte al-Baschir.

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Der Sudan sei Russland verbunden für die Haltung, die es in der Weltpolitik einnimmt. Er kritisierte die Vereinigten Staaten für die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und fügte hinzu, dass die US-Intervention für die Spaltung des Sudan in zwei Staaten verantwortlich sei.

Deshalb brauchen wir Schutz vor aggressiven Aktionen der Vereinigten Staaten. Wir glauben, dass das, was jetzt in Syrien geschieht, eine Folge der Einmischung der USA ist. Als Folge davon hat Syrien eine Katastrophe erlebt. Wir glauben, dass das Land ohne Russland verloren gegangen wäre. In diesem Zusammenhang suchen wir die Zusammenarbeit mit Russland in verschiedenen Bereichen", sagte al-Bashir.

Bei dem Besuch des sudanesischen Präsidenten in Russland  wurden auch die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern besprochen, unter anderem im Bereich der friedlichen Nutzung von Kernenergie.