Französische Armee tötet 11 verbündete malische Soldaten - und lehnt Aufklärungsarbeit ab

Französische Armee tötet 11 verbündete malische Soldaten - und lehnt Aufklärungsarbeit ab
Die französische Armee hat bei einem Angriff gegen bewaffnete Dschihadisten vergangenen Monat zahlreiche malische Soldaten „unbeabsichtigt“ getötet, die von der Gruppe festgehalten wurde. Das bestätigte das Verteidigungsministerium von Mali am Montag.

Zuvor teilte das Militär von Frankreich mit, dass 15 Mitglieder der islamistischen militanten Gruppe Ansar Dine am 23. Oktober bei einer Operation in der Region Abeibara „außer Gefecht gesetzt“ wurden. Die Armee setzte Mirage-Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber und Bodentruppen bei der Mission ein.

In der Woche nach dem französischen Angriff berichteten malische Medien, dass auch elf Soldaten getötet wurden. Französische und malische Militär- und Regierungsbeamte lehnten es zunächst ab, die Todesfälle zu kommentieren.

Screenshot aus dem Trailer für die Bundeswehr-Youtube-Serie Mali

In einer Erklärung vom 31. Oktober, die aber am Montag veröffentlicht wurde, sagte das malische Verteidigungsministerium, dass „malische Soldaten, die von den Terroristen festgehalten wurden, starben“. Konkrete Angaben zu den Todesfällen wurden nicht gemacht.

Es war nicht sofort klar, warum die Veröffentlichung der Erklärung verzögert wurde. Sie wurde offenbar im Anschluss an einem Treffen zwischen dem malischen Verteidigungsminister, Frankreichs Botschafter in Mali und einem französischen Militärbeamten verfasst.

Paris bleibt dabei, dass militärische Geheimdienstinformationen den Angriffsort als Extremisten-Lager kennzeichneten. Der französische Armeesprecher Oberst Patrik Steiger lehnte ab, den Zwischenfall zu kommentieren.

„Gemeinsam mit den malischen Behörden wird daran gearbeitet, die Identität der getöteten Personen zu ermitteln. Es liegt an Mali, einem souveränen Land, über dieses Thema zu kommunizieren, nicht an den französischen Streitkräften“, behauptete der Militärsprecher aus Frankreich.

Frankreich startete 2013 eine Militärintervention in Mali. Laut Paris kämpft das Militär im Norden von Mali gegen islamistische Kämpfer. Rund 4.000 französische Truppen sind im Rahmen der Operation Barkhane, einer grenzüberschreitenden Anti-Terror-Operation, in der westafrikanischen Sahel-Region stationiert.