Südsudan: US-amerikanische UN-Botschafterin aus Flüchtlingslager evakuiert

Südsudan: US-amerikanische UN-Botschafterin aus Flüchtlingslager evakuiert
Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley wurde nach US-Medienberichten aus einem UN-Flüchtlingslager im Süd-Sudan evakuiert, als ein Protest gegen den Präsidenten des Landes Salva Kiir außer Kontrolle geriet.

Nach Haleys Abfahrt feuerten UN-Sicherheitswachen Tränengas ab, um eine Masse von über 100 Lagerbewohnern zu zerstreuen, die die Büros der Hilfsorganisation plünderten, berichtete CBS News unter Berufung auf Entwicklungshelfers.

Haley ist bereits zum nächsten Reiseziel, die Demokratische Republik Kongo, auf ihrer Afrika-Tour weitergeflogen, erklärten US-Beamte.

Die UN bestätigte den Vorfall im Lager und sagte, dass sich die Bewohner „darüber ärgerten, dass sie sich aus Zeitgründen nicht mit ihnen treffen konnte“.

Zuvor am Mittwoch traf sich Haley mit Präsident Kiir und sagte ihm, dass Washington der Regierung des Südsudan „nicht mehr traut“ und nicht länger bereit ist, auf Veränderungen zu warten, so Haleys Aussagen im von den US-Medien zitierten UN-Radio Miraya.

"Wir sind enttäuscht von dem, was wir sehen. Das ist nicht, was wir dachten, in das wir investieren,“ sagte Haley in Anmerkungen, die durch die UN freigegeben wurden. „Wir dachten, wir investierten in eine freie, faire Gesellschaft, in der die Menschen sicher sein könnten, und der Südsudan ist das Gegenteil davon."

Die USA waren maßgeblich an der Gründung des Südsudan im Jahr 2011 beteiligt und haben laut der US-Botschaft in Juba mehr als 5 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe und Entwicklungsinitiativen gespendet.

Im Jahr 2013 wurde der Südsudan jedoch in einen Bürgerkrieg verwickelt, der mehr als zwei Millionen Menschen zur Flucht veranlasste. Es gab Berichte über Hungersnöte, Korruption in der Regierung und Kriegsverbrechen.