UN befürchten Genozid zwischen Muslimen und Christen in Zentralafrika

UN befürchten Genozid zwischen Muslimen und Christen in Zentralafrika
Bewaffnete Anti-Balaka Milizen in Bocaranga, Zentralafrikanische Republik, 28. April 2017.
In der Zentralafrikanischen Republik mehren sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Genozid. Milizen machen sich die Religion zu Nutze, um ihre Konflikte zu eskalieren. Die UN sind alarmiert. Erinnerungen an den Genozid in Ruanda 1994 werden wach.

Im Jahr 2016 wurde die Zentralafrikanische Republik zum ärmsten Land der Welt deklariert. Das 1960 unabhängig gewordene Land und spätere Kurzzeit-Kaiserreich, welches zweimal so groß wie Frankreich ist, grenzt an den Tschad, Sudan, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, den Kongo und Kamerun. Rund 50 Prozent der Bevölkerung sind Christen, rund zehn Prozent sunnitische Muslime. In den letzten vier Jahren nahm die Gewalt zwischen Christen und Muslimen zu. Stephen O'Brien von den Vereinten Nationen warnt vor den untrüglichen Anzeichen eines möglichen Massenmords. Milizen nutzten die Religion zur Begründung ihrer Gewalt: 

Die frühen Anzeichen des Genozids sind da. Die Eskalation ist sehr real. Wir sehen Dinge, von denen wir lange nichts gehört haben. Es gibt Anzeichen für eine sehr tiefe ethnische Säuberung. 

Zehntausende nahmen an den Gedenkveranstaltungen zu den Ereignissen der Jahre 1915 und 1916 in der armenischen Hauptstadt Jerewan teil. Weite Teile der internationalen Gemeinschaft stufen die damaligen Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid ein.

Hoffnung für das Land schien es nach friedlichen Wahlen im Jahr 2016 zu geben. Seit Mai dieses Jahres aber wurden wieder mehr als 300 Menschen in Konflikten zwischen den verschiedenen Lagern getötet und 100.000 vertrieben. Besonders blutig waren die Auseinandersetzungen in der Grenzstadt Bangassou. Hier fand das Rote Kreuz 115 Leichen. Bei einem Besuch vor Ort wurde O'Brien Augenzeuge, wie 2.000 Muslime in einer christlichen Kirche gefangen waren, die zuvor ihre Häuser nach Übergriffen verlassen hatten. Die christlichen Häuser blieben unbeschädigt. 

Religiöse Führer der Zentralafrikanischen Republik haben die Parteien aufgerufen, der Gewalt abzuschwören. Die Situation erinnert an die Anfänge des Genozids in Ruanda im Jahr 1994. Hutu töteten damals 800.000 Angehörige der Tutsis sowie moderate Vertreter der eigenen Volksgruppe.

Hilflosigkeit in Europa gegen Flüchtlingsstrom aus Afrika

Eine aktuelle Analyse zur Zuwanderung nach Deutschland bringt unterdessen hervor, dass Deutschland mit einer neuerlichen Flüchtlingswelle zu rechnen hat. Mehr als 95.000 Migranten erreichten Italien bislang im Jahr 2017. Deutschland erreichten davon 24.750 Flüchtlinge - ohne Erlaubnis. Ole Schröder von der CDU regt die schon oft diskutierte und zuvor bereits von der AfD geforderte Unterbringung von Flüchtlingen in Afrika an:

Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die sich aus rein wirtschaftlichen Gründen auf den Weg zu uns machen, schon in Afrika zurückgewiesen werden.

Man solle ihnen deutlich machen,

[...] dass sie in Europa keine Chance auf Asyl haben und die gefährliche Überfahrt zwecklos ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will ein Abkommen mit Libyen schaffen, welches jenem mit der Türkei ähnelt: 

Mit der Ausbildung der libyschen Küstenwache, mit dem Stoppen der illegalen Migration wächst unsere Verantwortung auch dafür, dass es ein menschenwürdiges Schicksal der Menschen gibt, die zurückgebracht werden, dass sie im Einzelfall geprüft werden.

Der Vorschlag, die Weiterreise nach Europa in Libyen zu überprüfen, stammt ursprünglich aus Frankreich. Die Haftlager in Libyen sollten hierzu in Flüchtlingslager umgewandelt werden. Dieser Idee stimmt mittlerweile auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu. Dem entgegen stehen die Instabilität und Korruption in Libyen. 

Italien ist angesichts der Flüchtlingsströme überfordert und prangert die Europäische Union an, ihren Pflichten nicht nachzukommen: