Brot und Bildung: Gipfelkonferenz der Afrikanischen Union in Addis Abeba

Brot und Bildung: Gipfelkonferenz der Afrikanischen Union in Addis Abeba
Gipfelkonferenz der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, 3. Juli 2017
In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba findet heute zum 29. Mal die Gipfelkonferenz der Afrikanischen Union (AU) statt. An der Veranstaltung nehmen die rund 50 Regierungs- und Staatsoberhäupter des afrikanischen Kontinents teil.

Das Hauptthema der diesjährigen Konferenz lautet: „In die Jugend investieren“. Neben dem Ausbau der Bildung wird die Tagesordnung jedoch vor allem von akuten Problemen wie Krieg, Hunger, Krankheit und Flucht bestimmt werden.

Der afrikanische Staatenbund kämpft zurzeit mit diversen Problemen. Einige Länder sind aufgrund von anhaltenden kriegerischen Konflikten nur bedingt handlungsfähig. Das trifft vor allem auf Libyen zu, das nach dem Sturz von Muammar al-Gadaffi im Jahr 2010 im Chaos versunken ist. Das Land ist seit dem Umsturz in einen östlichen und westlichen Machtblock gespalten.  Anfang des Jahres konnte man sich auf die Durchführung gesamtlibyscher Parlamentswahlen einigen, die für 2018 geplant sind. Einer Stabilisierung des Landes wirken jedoch auch bewaffnete Milizen entgegen, die unter anderem zum IS und Al-Kaida gezählt werden. Hinzu kommt das Geschäft der Schlepper über das Mittelmeer. Kriminelle Banden sollen damit Milliarden verdienen.

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Ein weiteres Problem ist die anhaltende Dürre. Schätzungsweise 20 Millionen Menschen sollen davon allein in Ostafrika betroffen sein. In Kenia sind Felder und Weideland vertrocknet und ganze Viehherden verendet. In dem von der Bundesregierung als regionalen Stabilitätsanker bezeichneten Land geht man davon aus, dass bis zu drei Millionen Menschen an der seit einem Jahr anhaltenden Dürreperiode leiden. Laut UNICEF hungern auch eine Million Kinder.

Der Gastgeber Äthiopien hat seit Jahren ein solides Wirtschaftswachstum im zweistelligen Bereich und wird als neue Wirtschaftsmacht in Ostafrika neben Kenia gehandelt. Trotzdem mangelt es den Menschen auf dem Land an ausreichend Wasser. Die Verschärfung der Hungerkrise lässt sich womöglich auch auf den Klimawandel zurückführen. Häufigkeit und Dauer von Dürrezeiten haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

Von der Trockenperiode betroffen ist auch der jüngste Staat der Welt: der Sudsüdan. Aufgrund eines anhaltenden Machtkampfes zwischen Staatspräsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar kommt das Land jedoch nicht dazu, der humanitären Krise etwas entgegenzusetzen. Die Historie des Landes ist seit seiner Gründung 2011 von blutigen Auseinandersetzungen geprägt. Ein 2015 abgeschlossener Friedensvertrag wartet immer noch auf seine Umsetzung, da sich die beiden Kriegsparteien weigern, miteinander zu reden. Inzwischen befinden sich vier Millionen Menschen auf der Flucht.

Auch mehrere Regionen Äthiopiens sind von extremer Dürre betroffen.

Auch Bildung kann man nicht essen

Ein zentrales Problem in vielen afrikanischen Ländern ist das anhaltende Bevölkerungswachstum. Im Niger bekommt eine Frau im Schnitt 7,6 Kinder. Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen ist die Meinung immer noch weit verbreitet, eine kinderreiche Familie sei die Basis für Wohlstand. In vielen Fällen ist jedoch eine Grundversorgung des Nachwuchses nicht gewährleistet. 

Die Afrikanische Union hat sich auf ihrem jährlichen Gipfeltreffen auf die Fahnen geschrieben, sich um die Bildung zu kümmern. Entscheidend wird für den afrikanischen Kontinent jedoch die Frage sein, wie er es schaffen will, die Menschen flächendeckend und nachhaltig mit dem Elementarsten versorgen zu können: Wasser und Lebensmittel.