Entwicklungsminister Müller stellt "Marshall-Plan mit Afrika" vor

Entwicklungsminister Müller stellt "Marshall-Plan mit Afrika" vor
Auch mehrere Regionen Äthiopiens sind von extremer Dürre betroffen.
Weite Teile Ostafrikas werden aktuell von extremer Dürre heimgesucht. Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht. Auf seiner Reise durch die Krisenregionen Ostafrikas, präsentierte Bundesenwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nun vor Ort seinen sogenannten Marshallplan mit Afrika.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat seinen „Marshallplan mit Afrika“ erstmals auf dem afrikanischen Kontinent vorgestellt. Nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) plädierte er am Dienstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba für eine Ausbildungsoffensive und einen „Stopp der ausbeuterischen Nutzung der afrikanischen Ressourcen“. Die Grünen hatten Müller vorgeworfen, sein Plan sei ein „Alleingang ohne Substanz“.

Der historische Marshallplan war ein Aufbauprogramm der USA nach dem Zweiten Weltkrieg für Westeuropa. Der Marshallplan mit Afrika der Bundesregierung setzt auf Reformpartnerschaften. Wer Korruption bekämpft, Steuersysteme aufbaut, in Bildung investiert und auf die Gleichberechtigung der Geschlechter setzt, kann mit mehr Unterstützung Deutschlands rechnen.

Im Gespräch mit dem stellvertretenden AU-Kommissionsvorsitzenden Kwesi Quartey gab sich Müller bescheiden. Er sagte:

Ein Junge auf der Suche nach Wasser in der Dürre-Region Somalias

Niemand ist so vermessen zu sagen: Ich weiß, wie es geht.

Er hoffe aber, dass seine Ideen auch Eingang in die Verhandlungen zwischen der EU und den afrikanischen Staaten über eine Weiterentwicklung ihrer Beziehungen finden. Ohne Jobperspektiven für die Jugend würden sich demnächst nicht 150 000 Afrikaner mit Booten nach Italien aufmachen, „sondern vielleicht Millionen“.

Kwesi Quartey sagte, jetzt entscheide sich, ob die Jugend zum Aufschwung beitragen oder zum Opfer von Menschenschmuggler werde. Die Initiative sei auch eine Reaktion auf die Zunahme der illegalen Migration.

Müller hatte seinen Marshallplan mit Afrika im vergangenen Januar präsentiert. Er sieht Unterstützung in den Bereichen Ausbildung, Handel und Investitionsförderung vor. Zusätzliche Finanzmittel sollen nicht eingesetzt werden. Profitieren sollen afrikanische Staaten, die als «Reformchampions» gelten. (dpa)

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