Vereinigte Arabische Emirate und Frankreich bauen in Libyen Militärbasis für Ex-CIA-General Haftar

Vereinigte Arabische Emirate und Frankreich bauen in Libyen Militärbasis für Ex-CIA-General Haftar
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit französischer Hilfe eine Militärbasis in Ost-Libyen gegründet. Diese soll den General und mutmaßlichen CIA-Vertrauten Chalifa Haftar beim Schutz der im September eroberten Exportterminals für Erdöl unterstützen.

Die Militärbasis liegt südlich der Stadt el-Mardsch in Ost-Libyen, eine Hochburg des Generals Chalifa Haftar. Dort befindet sich eine Flugzeuglandebahn unter dem Namen el-Sulaiyah, die von ausländischen Militärs heimlich genutzt wird. Das bestätigte ein libyscher Militärvertreter, der ehemals den Truppen General Haftars angehörte, im Gespräch mit dem arabischsprachigen Nachrichtenportal Al-Arabi al-Dschadid.

Die Wiederaufnahme von Erdölexporten sei für Libyen zwar eine Chance, meint Handelskammerpräsident ben Muftah. Westliche Staaten wie Frankreich könnten jedoch die Teilung Libyens vertiefen wollen, um das eigene Energiemonopol in Afrika zu wahren.

Die Quelle, die aus Furcht vor Verfolgung namentlich nicht genannt werden möchte, sagte, dass die Vereinigten Arabischen Emirate den umstrittenen General Chalifa Haftar militärisch decken. Dabei soll die Stadt el-Mardsch aus der Luft strategisch abgeschirmt werden. Kritiker vermuten, dass das strategische Ziel auch darüberhinaus reicht. Wenige Kilometer weiter westlich liegt die sogenannte Mondsichelregion mit zahlreichen Verladehäfen, die für jeden Akteur im Land eine lukrative Einnahmequelle stellt.

„Zuvor starteten emiratische Kampfjets von Basen in West-Ägypten, um Haftar-treue Truppen zu decken. Nach Verhandlungen Anfang des Jahres der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreich mit Haftar stellte der General beiden Staaten eine Landebahn für landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung“, fügte er hinzu.

Im Februar wurde damit begonnen, erste militärische Ausrüstung für die Luftwaffenbasis zu verlegen. Im gleichen Zeitraum entsandten die Emirate medizinische und humanitäre Hilfsgüter in die Region. In el-Mardsch landeten fortan „umgebaute Transportmaschinen vom Typ C-130“ Hercules aus US-amerikanischer Produktion.

Die C-130-Flugzeuge der Emirate wurden dahingehend umgebaut, dass sie Munition und Bomben tragen konnten, enthüllte die Militärquelle. Später wurden die Flugzeuge durch drei französische Erdkampfflugzeuge vom Typ Dassault Mirage-5 ersetzt.

Die VAE-Kampfflugzeuge kommen bei Aufklärungsmissionen und Kämpfen zu Boden zum Einsatz. Zuletzt unterstützten die Jets die Truppen der nicht-anerkannten Tobruk-Regierung, die Haftar treu sind, bei Kämpfen in Ajdabiya und Bengasi.

Nach der Vertreibung des IS aus Sirte rechnete die international anerkannte Einheitsregierung in Tripoli damit, dass sie nun leichter die volle Kontrolle über Libyen herstellen könnte. Dabei hat sie offenbar die Rechnung ohne General Haftar gemacht.

Bemerkenswert ist, dass die Kampfflugzeuge lasergelenkte Bomben vom Typ GBU-12 Paveway II für Angriffe verwenden. Diese basieren auf dem Bombensystem Mark 82 aus US-amerikanischer Produktion. Diese Bombentypen werden hauptsächlich von den USA und anderen NATO-Mitgliedsstaaten verwendet.

Die Quelle äußerte weiter, dass Offiziere der ägyptischen Armee, die ihrerseits mit Abu Dhabi und Haftar verbündet ist, auf der Luftwaffenbasis aufzufinden seien. Unter Aufsicht des emiratischen Scheichs Tahnun bin Zayid el-Nahyan kooperieren die Kräfte in el-Mardsch mit Frankreich. Paris war der erste Einkäufer von libyschem Erdöl, das Haftar Wochen zuvor den Petroleum-Schutzgarden unter Ibrahim Dschadran rund um Zuweytina entriss. Tahnun bin Zayid el-Nahyan gehört der emiratischen Herrscher-Familie an, die über den Osten des ölreichen Staates regiert. Er war in seiner Vergangenheit Vorsitzender der staatlichen Erdölgesellschaft Abu Dhabis.

Vergangene Woche veröffentlichte die militärwissenschaftliche Denkfabrik IHS Jane’s einen ähnlichen Bericht. Dieser bestätigt, dass die Emirate eine Militärbasis unweit von el-Mardsch errichteten.

Das Portal schrieb unter Berufung auf Satellitenbilder:

„Von der Militärbasis werden leichte Angriffsflugzeuge und Drohnen betrieben.“

Nach dem Sturz des Machthabers Muammar el-Gaddafi 2011 durch das westliche Militärbündnis rutschte das afrikanische Land in einen Bürgerkrieg mit rivalisierenden Regierungen ab. Während die international anerkannte Regierung in Tripoli liegt, siedelte sich eine weitere unter dem General Haftar im Osten des Landes an. Die Regierung in Tobruk wird von Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt.

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