Neue Auslandseinsätze: Deutschland wird eine Militärbasis in Niger bauen

Neue Auslandseinsätze: Deutschland wird eine Militärbasis in Niger bauen
Von dem an Uran, Erdöl und Gold reichen Land aus bekämpfen westliche Länder die Aufstände und Unruhen in der Sahelzone. In der kommenden Woche will Bundeskanzlerin Merkel das total verarmte Land besuchen.

Deutschland wird einen eigenen Militärstützpunkt im zentralafrikanischen Niger aufbauen. Dieser sei zur "Unterstützung" für die UN-Militärmission im benachbarten Mali gedacht.

Dort kämpfen seit dem Jahr 2014 deutsche und französische Truppen gegen Islamisten. Die innere Ordnung war in Mali zusammengebrochen, nachdem eine Koalition aus NATO-Staaten im Jahr zuvor Libyen zerstört hatte.

Am Mittwoch erklärte der deutsche Botschafter in Niamey, Hauptstadt von Niger, gegenüber der französischen Presse, dass die Bundeswehr demnächst in das an Ressourcen reiche Land einrücken werde.

„Mit der Gründung einer deutschen Militärbasis für den Luftverkehr in Niamey soll die Mission der Minusma in Mali unterstützt werden. Daran hat Niger von Anfang an militärisch teilgenommen. Nun schlagen wir ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit mit Niger auf“, so Botschafter Bernd von Münchow-Pohl.

"In ein paar Tagen werden wir den Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Niger erwarten", sagte er in einer Rede anlässlich der Feier der deutschen Wiedervereinigung.

Laut Informationen aus dem Bundeskanzleramt wird Angela Merkel am kommenden Sonntag für eine dreitägige Reise nach Afrika aufbrechen. In diesem Zusammenhang kündigte der Botschafter an, Deutschland sei „bereit, mehr in der Sahel-Region zu tun" und "noch mehr Verantwortung zu übernehmen."

"Niger ist für diesen Zweck für uns ein zentraler Partner" und "ein Schlüsselland im Kampf gegen den Terrorismus und die illegale Migration" aus Westafrika, so Bernd von Münchow-Pohl.

Frankreich und die USA verfügen bereits über Militärbasen in Niger. Angeblich kämpfen sie von dort aus gegen Dschihadisten in der Sahelzone. Dabei geht es vor allem um Libyen und Mali, zwei benachbarte Länder des Niger. Sie schicken unter anderem ihre Drohnen von den Flughäfen in  Niamey und in Agadez, im Norden von Niger.

Nach offizieller Darstellung sollen die Einsätze die Bewegungen von Dschihadisten überwachen. Viele Sprecher der Zivilgesellschaft in Niger kritisieren unterdessen die "starke ausländische Militärpräsenz" und beschuldigten die Regierung, das Land ausländischen Interesses zu unterwerfen.

Der Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, obschon er über zahlreiche Bodenschätze verfügt. Der wichtigste davon ist Uran, das vor allem im Norden des Landes abgebaut wird. Im Geschäft ist dort vor allem der französische Urankonzern Areva. Niger ist einer der größten Uranproduzenten der Welt.

Seit dem Jahr 2012 exportiert Niger außerdem Rohöl. Auch der Abbau von Gold wird angesichts der hohen Preise für das gelbe Metall immer attraktiver. Die Bevölkerung hat bisher nicht vom Rohstoff-Boom profitiert. Immer wieder wird das Sahelland von Hungersnöten heimgesucht. 

Erin Junge in einer Wohnsiedlung vor den Abraumhalden der Uran-Mine Areva Cominak in Arlit, September 2013.
Erin Junge in einer Wohnsiedlung vor den Abraumhalden der Uran-Mine Areva Cominak in Arlit, September 2013.