Südafrika: US-Geheimdienst CIA verantwortlich für Verhaftung von Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela

Südafrika: US-Geheimdienst CIA verantwortlich für Verhaftung von Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela
Mandla Mandela, der älteste und einzige politisch noch aktive Enkel fordert eine offizielle Entschuldigung seitens der Vereinigten Staaten. Südafrikas erster schwarzer Präsident Nelson Mandela verbrachte 28 Jahre im Gefängnis, nachdem die CIA seine Verhaftung eingeleitet hatte. Enthüllungen der „Sunday Times“ zeigen nun die Rolle des US-Geheimdienstes im Jahre 1962 in Südafrika.

Wie die Zeitung berichtete, habe der ehemalige US-Diplomat und CIA-Spion Donald Rickard kurz vor seinem Tod dem Filmemacher John Irving gegenüber eingeräumt, südafrikanischen Behörden den entscheidenden Hinweis gegeben zu haben, der zur Verhaftung Mandelas geführt habe. Irving hatte für sein Filmprojekt mit dem früheren Geheimdienstmitarbeiter gesprochen.

Kubanische Kampfeinheit in Angola

Donald Rickard war zum damaligen Zeitpunkt als Vizekonsul im US-Konsulat in Durban tätig. Mandela habe damals versucht, unter der indischen Bevölkerung gegen das damals herrschende Apartheid-System zu agitieren, das eine tiefgreifende politische und soziale Ungleichheit der Bürger des Landes auf der Basis der Rassenzugehörigkeit festlegte.

Den USA seien die engen Kontakte Mandelas zu kommunistischen Kräften am Kap aufgefallen. Sie halfen dem Rassistenstaat auf der Grundlage ihres weltweiten "Kampfes gegen den Kommunismus". Man befürchtete damals, die Kommunisten würden gemeinsam mit Mandela und anderen Anti-Apartheid-Aktivsten versuchen, die Sowjetunion zum Eingreifen zu Gunsten der Regierungsgegner zu bewegen. Dies, so Rickard, hätte seinerseits ein Eingreifen der USA erforderlich gemacht und so die Kriegsgefahr angefacht.

Die südafrikanischen Behörden suchten Nelson Mandela zum damaligen Zeitpunkt bereits lange als „Terroristen“. Er lebte im Untergrund und unternahm heimliche Auslandsreisen, um auf internationaler Ebene Verbündete für den Kampf gegen die Apartheid zu gewinnen.

Im Jahre 1962 sollen CIA-Quellen im Rahmen einer Feier zu Ehren Mandelas, die von Anhängern des von ihm geführten Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) ausgerichtet worden war, Hinweise darauf gewonnen haben, dass er sich in Durban aufhält. Rickard habe diese Hinweise weitergereicht. In der Folge gelang es den Sicherheitskräften, Mandela an einer Straßensperre etwa 100 Kilometer vor der Stadt zu fassen. Er wurde verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Erst am 11. Februar 1990 kam Nelson Mandela frei. Zusammen mit dem damaligen Reformpräsidenten Frederik Willem de Klerk gelang es, das Apartheidsystem in Südafrika zu überwinden.

Bis dahin hatten die USA nicht weniger als 21 Mal im UN-Weltsicherheitsrat durch ihr Veto Wirtschaftsblockaden und andere internationale Maßnahmen gegen Südafrika verhindert, das damals unter anderem auf Grund seines Rohstoffreichtums trotz seiner Rassentrennungspolitik als beliebter Handelspartner des Westens galt. Erst 2008 wurde Mandela auch in den USA von der Terror-Watchlist gestrichen.

Die ANC-geführte südafrikanische Regierung unter Präsident Jacob Zuma beschuldigt die USA, nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu unterminieren und einen „Regime Change“ am Kap herbeiführen zu wollen.