RT Exklusiv: Britische SAS-Spezialeinheiten in Libyen, aber Regierung verschweigt es Parlamentariern

RT Exklusiv: Britische SAS-Spezialeinheiten in Libyen, aber Regierung verschweigt es Parlamentariern
Großbritannien interveniert in Libyen mit SAS-Spezialeinheiten. London müsse sich wegen seines Schattenkriegs im Bürgerkriegsland deshalb öffentlich rechtfertigen. Dies sagte der Vorsitzende des britischen Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Crispin Blunt, im Exklusiv-Interview mit RT.

Im Gespräch mit RT sagte Blunt, während Frankreich seine eigenen Militäroperationen durch Spezialeinheiten in Libyen offenlegte, sei die britische Regierung das der Bevölkerung bislang schuldig geblieben.

Zuvor hatte er das Außenministerium in London beschuldigt, dass dieses „nicht offen“ mit der Rolle britischer Elitetruppen im Kampf gegen den nordafrikanischen Flügel der Terrormiliz „Islamischer Staat“ umgehe.

Blunt und Außenminister Philip Hammond stehen wegen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich einer kürzlich beschlossenen Fact-Finding-Mission in Nordafrika im Konflikt. Blunt klagt, er sei vonseiten Hammonds nicht eindeutig über die britischen Militäraktivitäten im Bürgerkriegsland aufgeklärt worden.

Bei einem Interview mit RT warnte der ehemalige britische Botschafter zu Libyen, Oliver Miles, vor „unausgegorenen Gesprächen“ über eine mögliche Militärintervention in einem ohnehin kollabierenden Staat.

„Es gibt bereits seit Wochen und Monaten Gespräche über die Möglichkeit einer militärischen Intervention. Aber ich denke nicht, dass dies im Moment hilfreich ist, weil eine Intervention nicht ist, was die Menschen brauchen“, sagte Miles.

Seine Meinung wird von einer Vielzahl prominenter Persönlichkeiten geteilt, darunter dem ehemaligen Armee-Oberst und Libyen-Veteran Rupert Wieloch, der noch am Montag vor einer britischen Intervention als Teil eines von Italien angeführten Plans warnte. Ein solcher Schritt würde als ausländische Invasion aufgenommen werden und die verschiedensten Milizen zu Boden in einen neuen Aufstand drängen.

Am Donnerstag lehnte auch die UN-gedeckte libysche Einheitsregierung eine britische Intervention in Libyen ab.

Die Präsenz von SAS-Truppen, einer Spezialeinheit der britischen Armee, in Libyen wurde bestätigt, als Ende März bekannt wurde, dass jordanische Truppen mit diesen und lokalen Kräften kooperieren.

Zunächst stellte König Abdullah von Jordanien diese Behauptung bei einem privaten Treffen mit den US-Politikern John McCain und Paul Ryan auf. Die Information wurde später von der britischen Zeitung „The Guardian“ aufgenommen.

Am Donnerstag kamen schließlich die Botschafter Großbritanniens, Frankreich und Spanien in Tripoli an, um ihre Solidarität mit der neuen Einheitsregierung zu beteuern.

Der britische Botschafter zu Libyen, Peter Millett, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, bei einer Pressekonferenz nochmals zu betonen, dass Tripoli gemeinsam mit Londons Hilfe die Terroristen zurückdrängen könnte. Großbritannien jedenfalls „arbeitet an der Intensivierung der Anstrengungen zur Bekämpfung des IS“.