Somalia: US-Drohne tötet 150 Menschen

Eine MQ-9 Reaper-Drohne bei einer Vorführung auf der Naval Base Ventura County Sea Range in Kalifornien,  Juli 2015.
Eine MQ-9 Reaper-Drohne bei einer Vorführung auf der Naval Base Ventura County Sea Range in Kalifornien, Juli 2015.
Bei einem Angriff auf eine Miliz in Somalia will das US-Militär ungefähr 150 Menschen getötet haben. Einsätze in der Region sind völkerrechtlich nicht abgesichert, auch wenn die seit kurzem in Mogadischu regierende pro-westliche Regierung kein Problem mit der Luftunterstützung aus den USA zu haben scheint.

Predator Drohne. Quelle: RT.com / Handout

Das amerikanische Militär meldete am Montag, dass bei einem seiner Einsätze mehr als 150 Menschen getötet wurden. „Dies war ein erfolgreicher Angriff“, freute sich Jeff Davis, der Sprecher des Pentagon. Angeblich richtete sich der Angriff mit einer Drohne gegen ein Trainingslager der Terrorgruppe al-Shabaab. Die Gruppe wurde im Rahmen eines Einsatzes der Afrikanischen Union im Jahr 2011 aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu vertrieben.

Al-Shabaab gehört zu einer Allianz sunnitischer Extremistengruppen mit einer Verbindung zu al-Qaida. Nach Angaben des US-Militärs wurde der Angriff mit einer MQ-9-Reaper-Drohne ausgeführt. Ziel war angeblich ein Trainingscamp 300 Kilometer nördlich von Mogadischu. Eine Sprecherin der US-Luftwaffe bezeichnete den Angriff als „defensiv“.

Angeblich habe eine unmittelbare Bedrohung für ausländische Truppen bestanden. Daraufhin habe man das Trainingscamp im Ort Raso angegriffen, wo sich zu diesem Zeitpunkt etwa 200 Personen aufhielten. Das Pentagon behauptet, dass bei dem Angriff keine Zivilisten ums Leben gekommen sind.

Somalias Außenminister Abdusalam Omer bestätigte den Angriff inzwischen. Offensichtlich erhält seine Regierung militärische Unterstützung durch das US-Drohnenprogramm. Ein Sprecher der al-Shabaab bestätigte den Angriff inzwischen ebenfalls. Er bezeichnete die angegebene Zahl der Opfer als „übertrieben“, ohne jedoch eigene Zahlen oder Einzelheiten zu nennen.

Die US-Streitkräfte verfügen über keine rechtliche Legitimation für ihre Einsätze in Afrika. Trotzdem unterhalten sie ein großes Netzwerk an teilweise geheimen Stützpunkten, von denen aus sie hauptsächlich mithilfe von Drohnen operieren. Bis vor kurzem wurden diese Einsätze mangels einer völkerrechtlichen Absicherung jedoch nicht vom Militär sondern vom amerikanischen Auslandsgeheimdienst ausgeführt.

Somalia verfügt erst seit dem Jahr 2012 über eine formal anerkannte Regierung. Nach dem Sturz des Diktators Siad Barre im Jahr 1991 hatte das ostafrikanische Land einen bis dahin einzigartigen Staatszerfall erlebt. In diesem Machtvakuum hatten sich verschiedene Milizen, unter anderem die a-Shabaab ausgebreitet. Die Gruppe kämpft gegen die in Mogadischu eingesetzte Zentralregierung.