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Nigeria: Gericht verurteilt Angeklagten per Videokonferenz zum Tode

Nigeria: Gericht verurteilt Angeklagten per Videokonferenz zum Tode
Symbolbild
Ein Mann in Nigeria muss sich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen per Videokonferenz Zoom vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau getötet zu haben. Der Richter verurteilt den Mann schließlich zum Tode. Menschenrechtsaktivisten sind empört.

Die Online-Anhörung per Videodienst Zoom dauerte mehr als drei Stunden und endete mit dem Schuldspruch. Ein Richter aus Lagos, der größten Stadt Nigerias, verurteilte den Angeklagten Olalekan Hameed zum Tode durch Erhängung. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2018 die Mutter seines Arbeitgebers ermordet zu haben. Während des Verfahrens befand sich der Angeklagte in einem Hochsicherheitsgefängnis. Der Richter saß an seinem Arbeitsplatz und die Anwälte haben sich von anderen Orten aus zugeschaltet. Ob Hameed gegen das Urteil Berufung einlegen wird, ist noch unklar. Der Angeklagte hatte sich nicht schuldig bekannt, die 76-jährige Frau im Dezember 2018 getötet zu haben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte die Todesstrafe per Zoom als "grausam und unmenschlich". Die Todesstrafe wird in Nigeria praktisch nicht vollstreckt, aber es werden weiterhin Todesstrafen verhängt. Laut einer weiteren Menschenrechtsorganisation Amnesty International befinden sich in dem Land mehr als 2.000 Menschen in der Todeszelle. Die letzten drei Hinrichtungen wurden in Nigeria im Jahr 2016 vollzogen. Außerdem sind in Nigeria laut der Menschenrechtskommission des Landes seit der Verhängung von Restriktionen wegen der Corona-Pandemie mehr Menschen durch Ordnungshüter ums Leben gekommen, als durch das Virus selbst. Neben Angehörigen von Armee und Polizei sollen daran auch Mitarbeiter der Strafvollzugsbehörden beteiligt gewesen sein.

In Nigeria sind bislang knapp 3.000 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden, 17 Menschen starben an der Lungenkrankheit.

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