IS-Führer Al-Baghdadi - Der Untote unter den Terroristenführern?

Quelle: Al-Furqan Media
Quelle: Al-Furqan Media
Ist der Führer des Islamischen Staates (IS) Al-Baghdadi nur ein Phantom, das zum Zwecke der psychologischen Kriegsführung kreiert wurde? Wiederholte Meldungen über den Tod des Terroristen reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Damals hatte Brigadegeneral Kevin Bergner gegenüber der „New York Times“ ausgesagt, dass Baghdadi ein „fiktionaler Charakter“ sei, dem für seine auf Tonband aufgezeichneten Reden ein älterer Schauspieler namens Abu Adullah al-Naima seine Stimme geliehen haben soll.

Zuletzt war es in der Zeit zwischen dem 10. und 13. November 2014, dass der „Focus“ und andere Medien die Nachricht verbreiteten, der Führer der Terrormiliz „Islamischer Staat“, Abdullah Raschid Al-Baghdadi, wäre in einem Feuergefecht getötet worden. Schon am 14. November meldeten andere Formate, Al-Baghdadi wäre quicklebendig und würde bereits wieder eine neue Botschaft aufgenommen haben.

Es war nicht das erste Mal, dass Al-Baghdadi in unbestätigten Berichten für tot erklärt worden wäre, wenig später aber wieder Lebenszeichen ausgesendet hätte. Ähnlich oft wie er scheinen nur der mittlerweile tatsächlich tote Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden und der deutsche Ex-Rapper Denis Cuspert („Deso Dogg“) Gegenstand von Gerüchten über ihr Ableben geworden zu sein.

Beim IS-Chef reicht die Geschichte der Todesnachrichten jedoch schon weit in die Anfänge des bewaffneten Konfliktes im Irak zurück. Und sie eröffnet noch Raum für zahllose weitere Spekulationen.

Bereits im Juli 2007 berichtete die „New York Times“ über einen „mysteriösen Iraker namens Abdullah Rashid al-Baghdadi“, der als Führer einer der bekanntesten Gruppen militanter Aufständischer im damals von US-Truppen besetzten Zweistromland gegolten haben soll.

Die Organisation hieß damals „Islamischer Staat im Irak“ und Al-Qaida stand offen hinter deren Aktivitäten. Im Mai 2007 hätten irakische Offizielle seinen Tod gemeldet, er schien jedoch unbeschadet überlebt zu haben.

Quelle: Kanadische Armee

Im Juli lieferte dann ein hochrangiger Militärsprecher eine Erklärung, weshalb Baghdadi alle bisherigen Angriffe überlebt haben soll: Er solle demnach nie existiert haben. Brigadegeneral Kevin Bergner soll, so die „New York Times“, ausgesagt haben, Baghdadi sei ein „fiktionaler Charakter“, dem für seine auf Tonband aufgezeichneten Reden ein älterer Schauspieler namens Abu Adullah al-Naima seine Stimme geliehen haben soll.

Die Maßnahme soll Mittel einer psychologischen Kriegsführung gewesen sein, die der in Ägypten geborene Führer der Al-Qaida in Mesopotamien, Abu Ayub al-Masri, angewendet haben soll, um zu  verbergen, wie stark die Rolle ausländischer Kräfte in seiner Terrororganisation tatsächlich gewesen wäre.

Masri wollte einen Treueeid gegenüber Baghdadi ablegen, dessen Name eine irakische Herkunft verriet, ihn als Führer einer Organisation „Islamischer Staat im Irak“ inszenieren und in weiterer Folge den Schulterschluss mit Bin-Laden-Stellvertreter Ayman al-Zawahiri herstellen.

Quelle dafür soll der am 4. Juli 2007 festgenommene Aufständische Khalid Abdul Fatah Daud Mahmud al-Mashadani gewesen sein, der als ältester Aktivist der Al-Qaida in Mesopotamien galt. Er war erst in der Aufständischenbewegung Ansar al-Sunna, später wurde er der „Medienemir“ Al-Qaidas für den gesamten Irak.

Mashadani soll Mittelsmann zwischen Masri, Bin Laden uns Zawahiri gewesen sein. Al-Masri und ausländische Führer hätten die operationalen Entscheidungen bezüglich Al-Qaida-Aktivitäten im Irak getroffen.

Die USA sollen die Information enthüllt haben, um die Aufständischen zu spalten und einige ihrer bedeutsamsten Gruppen als vom Ausland gesteuert darzustellen.

Bilder, die neokonservative Interventionisten wie den US-Senator John McCain mit Baghdadi gezeigt haben sollen, und in sozialen Medien die Runde machten, wurden zwar großteils als Fälschungen entlarvt. Ein Irak-Veteran namens Jon Soltz bestätigte jedoch der „New York Times“ gegenüber, McCain habe Syrien besucht und dabei auch Aufständische getroffen, von denen sich später einige dem IS angeschlossen hätten. „Nicht auszudenken, wenn McCain sich mit seinem Wunsch, die Kämpfer noch stärker mit Waffen auszustatten, durchgesetzt hätte“, äußerte sich der Veteran später gegenüber „The Arizona Republic“.

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