Direkte Konfrontation? Delegation der US-Army-Kommandozentrale trifft diese Woche in Kiew ein

Quelle: U.S. Army Europe Images/CC BY 2.0
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Angesichts der neuen und bisher erfolglosen Offensive der ukrainischen Armee im Osten des Landes, holt sich Kiew jetzt ganz offiziell militärische Hilfe und Beratung von den USA. Nach Angaben des ukrainischen Militärstabes sollen noch diese Woche hochrangige Vertreter der Kommandozentrale der US Army, darunter der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Generla Hodges, in Kiew eintreffen.

Angaben der ukrainischen Armee zufolge sollen in den nächsten Tagen Vertreter aus der Kommandozentrale der US Army in der Ukraine eintreffen. Der Besuch kommt zu einem Zeitpunkt, da Kiew einmal mehr eine groß angelegte Offensive im Südosten des Landes gestartet hat.

Auf einer Pressekonferenz am Montag äußerte sich Vladislav Seleznyov, ein Sprecher des ukrainischen Generalstabes, wie folgt:

„In dieser Woche wird eine Delegation des Kommandos der US Army, geleitet vom Kommandanten der US-Streitkräfte in Europa, Lt. Gen. [Frederick Ben] Hodges, in der Ukraine eintreffen.“
In diesem Zusammenhang verkündete er auch, dass die Ukraine an einer Konferenz des militärischen Komitees der Nato vom 20.-22. Januar teilnehmen werde.

Im Rahmen der Zusammenkunft soll über Themen der militärischen Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der NATO sowie über Pläne zur Militärreform in der Ukraine und die Situation in der Südostukraine soll evaluiert werden.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte das Verteidigungsministerium der Ukraine angekündigt, man habe bereits begonnen, militärische Spezialisten im Rahmen von NATO-Programmen zu trainieren. Wöchentlich sollen etwa 100 Personen an beschleunigten Ausbildungsprogrammen der NATO für militärische Berufe ausgebildet werden.

Unterdessen intensivierten sich die Kämpfe im Südosten des Landes. Seit Sonntag greift Kiews Armee auf breiter Front Stellungen der Selbstverteidigungsmilizen in der Region um Donezk an, Berichten zufolge unter anderem unter Einsatz von Kampfflugzeugen und Grad-Mehrfachraketenwerfersystemen.

Bei etwa 50 Artillerieangriffen wurden dabei nach Angaben der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk mindestens neun Zivilisten getötet und 44 verletzt. Auch in den nahe von Donezk gelegenen Städten Makeevka und Gorlowka sei es zu zivilen Opfern gekommen.

Das Außenministerium der Russischen Föderation forderte Kiew dazu auf,die schweren Waffen aus der Ostukraine zurückzuziehen und verwies darauf, dass die Selbstverteidigungsmilizen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk ihrerseits bereits eine "Roadmap" zum Rückzug ihrer schweren Artillerie entworfen hätten.

Eine Demilitarisierung stellt einen der Kernpunkte des Abkommens von Minsk dar, eine unter Vermittlung von Russland und der OSZE im September 2014 zustande gekommene Vereinbarung zwischen Kiew und den Volksrepubliken, die aber nie vollständig umgesetzt wurde.

Die ukrainische Armee hatte im April des Vorjahres begonnen militärisch gegen die Volksrepubliken Donezk und Lugansk vorzugehen, die von Regierungsgegner nach dem institutionellen Putsch in Kiew ausgerufen wurden, der zum Sturz des gewählten Präsidenten Viktor Janukowytsch geführt und in Folge die Rechte der russischsprachigen Minderheit in den Südostprovinzen eingeschränkt hatte.

Nach hat UN-Schätzungen zufolge hat der Ukrainekonflikt bisher mehr als 4.800 Tote gefordert, mehr als 10.000 Menschen wurden verletzt.

 

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