Israel interveniert in Syrien und tötet iranische und libanesische Militärchefs

Quelle: FARS
Quelle: FARS
Israel hat mit gezielten Luftschlägen direkt in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen. Die israelische Luftwaffe tötete mehrere hochrangige Kommandeure der libanesischen Hisbollah-Miliz, darunter den Chef der Hisbollah-Einheiten in Syrien sowie einen iranischen General.  

Laut Medienberichten soll es Jerusalem gelungen sein, den hochrangigen Hisbollah-Kommandeur Muhammed Issa, Leiter sämtlicher Hisbollah-Operationen in Syrien, zu töten. Zudem soll Dschihad Moughniyah, Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärchefs Imad Mughniyah, den Informationen des arabischsprachigen Nachrichtensenders Al Arabiya zufolge getötet worden sein. Erst eine Woche zuvor trat Dschihad erstmals öffentlich in Erscheinung, um dem geistigen Führer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, die Treue zu schwören.

Neben den Hisbollah-Kämpfern wurde auch ein General der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Ali Allahdadi, bei dem Hubschrauberangriff auf syrischem Staatsgebiet ermordet.

Der Luftschlag ereignete sich in Quneitra, einer Stadt auf den Golanhöhen im Südwesten von Syrien, rund 60 Kilometer von Damaskus entfernt. Laut Hisbollah seien die Kämpfer auf einer „Inspektionsreise“ unterwegs gewesen.

Weder die israelische Regierung noch das israelische Militär (IDF) bestätigten die Operation. Ein israelischer Sicherheitsbeamter, der unter der Bedingung der Anonymität mit der Nachrichtenagentur Reuters sprach, bestätigte den Luftschlag jedoch. Er gab an, dass ein Kampfhubschrauber den Konvoi der Hisbollah mittels Raketen beschossen habe, während zwei Aufklärungsflugzeuge über den Angriffsort und Umgebung kreisten.

Am Donnerstag noch warnte Nasrallah in einer Erklärung, dass israelische Angriffe auf die Schiiten-Miliz im Rahmen einer Allianz von Iran, Syrien und der Hisbollah gemeinsam vergolten werden würden. Im Anschluss an den Angriff auf den Konvoi erklärte auch gleich die der Hisbollah nahe stehende libanesische Zeitung An-Nahar, dass die vom Iran finanziell, militärisch sowie ideologisch unterstützte Miliz die Tötung von Vater und Sohn Moughniyah nicht tatenlos hinnehmen sowie diesen blutig rächen werde.

Israelische Luftangriffe auf syrischem Boden erwecken unter Beobachtern den Eindruck, dass Jerusalem das Gleichgewicht der Kräfte zu verwalten sucht. Dabei gilt es, den Einfluss der Hisbollah vor der eigenen Haustür zu unterminieren und iranische Waffenlieferungen an Damaskus möglichst zu unterbinden.

Israel fördert vermeintlich moderate Rebellen auf den Golanhöhen an der Grenze zu Syrien. Auch leistet die IDF in Form von medizinischer Hilfe logistische Unterstützung. Im Gegenzug verspricht sich die Regierung Netanyahu eine Pufferzone, die Israel vor einem Überschwappen des Konflikts bewahren soll.

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