Indirekter Waffenstillstand? Ukrainische Armee reklamiert "miserablen Zustand" von neuen Panzern

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Innerhalb der ukrainischen Armee wächst der Unmut über die schlechte Qualität der durch die Kiewer-Regierung zur Verfügung gestellten neuen und modernisierten Waffen. Mehre Kommandeure schickten Materiallieferungen, inklusive ganzer Panzereinheiten, zurück in die Hauptstadt.

Es ist noch nicht lange her, dass im Rahmen einer offiziellen Zeremonie mit Live-Übertragung im ukrainischen Fernsehen, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in Militäruniform gehüllt, den Streitkräften angebliches neues und modernisiertes schweres Kriegsgerät, inklusive Panzern und Kampfflugzeugen übergeben hat. Mittlerweile berichtet die ukrainische Presse über den zunehmenden Unmut im ukrainischen Militär angesichts der "miserablen Qualität" der erhaltenen Ausrüstung.

So sollen verschiedene Bataillonskommandeure die Lieferungen verweigert und wieder nach Kiew zurückgeschickt haben. Nach Angaben eines Journalisten der Zeitung Podrobnosti, Konstantin Zinkevych, gab beispielsweise der Kommandeur der 51. Panzerbrigade, Panzer mit der Begründung zurück, "es würde sich hier nicht um moderne Waffen, sondern um Ramsch handeln". Zinkevych schrieb auf seiner Facebook Seite weiter:

"Die neue Tarnfarbe wurde anscheinend auf noch nasse Panzerkarosserien aufgesprüht. Deswegen löste sie sich diese schon bei leichter Berührung mit der Hand ab. Somit beschloss der Kommandeur der 51. Brigade, die Panzer an Poroschenko zurückzugeben."
Bereits mehrfach wurde in der Vergangenheit von Militäreinheiten beklagt, dass ukrainische Soldaten aufgrund von massiven Versorgungsmängeln und nicht intakter Waffen getötet worden. Grundsätzlich verweigern die Brigaden ihren Dienst nicht, aber die Kommandeure erklärten, sie werden ihre Einheiten nicht mit Material ausstatten, die ihren  Männern nur den Tod bringen werden.

Mittlerweile hat die Präsidialverwaltung die Informationen bereits bestätigt haben. Nach Angaben des Präsidentenberaters Yuriy Biryukov, hat etwa der Befehlshaber des 51. Panzer-Bataillons sich geweigert das Abnahmedokument für die Materiallieferung zu unterzeichnen.

Auch von einfachen Soldaten gibt es immer wieder Klagen. Erst vor kurzem verkündete ein ukrainischer Soldat per Twitter, dass die Handgranaten seiner Einheit schwere Mängel aufweisen. Der Mann gab an, dass ein Großteil der neu gelieferten Granaten nicht explosionsfähig seien.

Wenn schon nicht die Haltung der Kiewer-Regierung, so gibt zumindest der lamentable Zustand ihrer Armee Anlass zur Hoffnung, dass der Waffenstillstand im Rahmen des Minsker-Abkommens doch noch Bestand hat.

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