Israel und die USA brüskiert – Iran baut eigenes „Iron Dome“

Quelle: military.ir
Quelle: military.ir
Die Islamische Republik Iran schließt im militär-technischen Bereichen zum Westen auf. Die Regierung in Teheran erklärte, sie verfüge nun über ein „echtes Iron Dome“-Raketenabwehrsystem, das den Luftraum der Islamischen Republik angeblich zum sichersten im gesamten Nahen Osten mache.

„Heute stellte die iranische Luftabwehr unserem Land ein Iron Dome ähnliches Luftabwehrsystem zur Verfügung. Nun ist Irans Luftraum der sicherste in der gesamten Region“, wurde der Vize-Pressesprecher des iranischen Parlaments, Muhammed Hassan Abutorabifard, am Donnerstag von der Nachrichtenagentur Fars zitiert. Iran stellt aufgrund einer Jahrzehnte alten Sanktionspolitik des Westens  Rüstungsgüter, die es für das militärische Überleben in einer der volatilsten Regionen der Welt dringend benötigt, in Eigenproduktion her. Es ist damit neben Israel das einzige Land der Region mit einer genuinen Rüstungsindustrie.

Abutorabifard zog Parallelen zwischen dem neuen eigenen Raketenabwehrsystem und dem vom israelischen Rüstungskonzern Rafael produzierten „Iron Dome“ (eiserne Kuppel), das infolge der israelischen Militäroperation Protective Edge gegen den Gazastreifen weltweite Bekanntheit erlangte.

Selbstbewusst behauptete der Politiker, dass die heimische Alternative das bessere „Iron Dome“-System sei. Der iranische Abwehrschild weise „das höchste Abschreckungspotenzial der Region aus.“ US-Militärs zitierend unterstrich Abutorabifard, dass die USA das neuerlichen Verteidigungs-Upgrade Irans hoch anerkennen und dieses die US-amerikanischen Interventionsfähigkeiten beschränken. Iran gab erste Pläne zum Bau eines Mittel- und Langstrecken-Raketenabwehrschilds im August letzten Jahres bekannt.

Der Kommandant der iranischen Luftabwehrbasis Chatam al-Anbia, Brigadegeneral Alireza Sabahifard, informierte nun, dass das Raketenschild darauf vorbereitet sei, auf jegliche Gefahren von außen entsprechend zu reagieren. „Irans Luftabwehr- als auch Raketenkapazitäten entwickeln sich in Korrelation zu den möglichen Gefahren, denen Iran ausgesetzt ist“, fügte der Brigadegeneral hinzu.

Allerdings existieren bisher keine Dokumentationen, die die Wirksamkeit des persischen Luftverteidigungssystems auch beweisen würden.

Als im Rahmen des Gazakrieges letztes Jahr im Juli israelische Spezialeinheiten begannen, in den Gazastreifen einzudringen, begann die Hamas, gezielt Raketen auf israelische Städte abzuschießen. 143 von rund 800 Raketen konnte das mobile Raketenabwehrsystem Iron Dome abfangen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die israelischen Streitkräfte nur jene Raketen abschossen, die konkret bedrohlich für israelische Bürger wurden. Dennoch zeigten sich viele Staaten vom gewaltigen Abwehrpotenzial Israels beeindruckt. Zahlreiche Regierungen, darunter Indien, das sich gegen Pakistan und China zu schützen sucht, bekundeten trotz der Tragik rund um Gaza großes Interesse am Kauf des womöglich neuen Exportschlagers aus Israel. Rafael baut das Kurzstreckenabwehrsystem in Kooperation mit Firmen aus den USA.

Die Veröffentlichung der Nachricht vom „echten Iron Dome“ kam, nachdem das iranische Militär erklärt hatte, neue ambitionierte Rüstungsprojekte aufzunehmen und die Verteidigungsfähigkeit des Landes auf moderne Standards anzuheben.

Erst am Sonntag berichtete die Nachrichtenagentur Fars, dass Iran die „weltweit erste Raketen ausweichende Drohne“ gebaut habe. Den Entwicklern zufolge könne „die Drohne jeglichen wärme-suchenden Raketen und Luft-Luft-Raketen ausweichen. Keine Rakete werde sich der Drohne mehr als 250 Meter nähern können.“

Am Tag darauf meldeten Militärs in Teheran, dass drei sogenannte „Kamikaze“-Drohnen erfolgreich getestet wurden. Den Vernehmungen nach handele es sich um eine „Art Marschflugkörper, die vollständig von iranischen Experten gefertigt wurden.“ Am Mittwoch kündigte der Sprecher der iranischen Luftwaffe, Hussein Chitforousch, an, dass die Islamische Republik mit der Massenproduktion des heimisch hergestellten Kampfjets Saeqah begonnen habe.